Fabrik der Superlative

Markt / 07.10.2019 • 22:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dieses Werk in Oklahoma, geplant und begleitet von den Ingenieuren des Feldkircher Generalplaners BHM, hat eine Produktionsfläche von 170.000 Quadratmetern. BHM
Dieses Werk in Oklahoma, geplant und begleitet von den Ingenieuren des Feldkircher Generalplaners BHM, hat eine Produktionsfläche von 170.000 Quadratmetern. BHM

Generalplaner BHM mit Großprojekten mit 1,5 Millarden Euro Investionssumme.

FELDKIRCH 170.000 Quadratmeter groß – 24 Mal so groß wie ein Fußballplatz – ist die Fabrik für Hygienepapier, die derzeit in Inola im US-Bundesstaat Oklahoma auf die grüne Wiese gebaut wird. Das Grundstück für das Riesenwerk ist einen Quadratkilometer groß. Die Planung für die Papierfabrik und die gesamte damit zusammenhängende Infrastruktur wird vom Feldkircher Generalplaner BHM Ingenieure durchgeführt. Auch in Deutschland arbeitet BHM an einem Riesenprojekt: Die Firma Palm investiert 500 Millionen Euro in eine neue Fabrik und die größte Papiermaschine der Welt, die jährlich rund 750.000 Tonnen Wellpappenrohpapier herstellen wird. Insgesamt sind bei BHM derzeit sechs Projekte für die Papierindustrie mit einer Investitionssumme von 1,5 Milliarden Euro in Arbeit.

Führender Planer

Das 1992 gegründete Vorarlberger Ingenieursunternehmen zählt weltweit zu den führenden Generalplanern in der Papierbranche, gehört aber auch in der Industrie, im Verkehr und bei Kraftwerken zu den wichtigsten österreichischen Planungsbüros. Einer der Hauptmärkte ist Skandinavien, berichten die Firmengründer Alfred Haßler und Johannes Monz (der dritte Gründungspartner Hans Böni ist zum Ruhestand ausgestiegen), dass die Firma, seit sie ihre Arbeit aufnahm, „noch nie einen Kunden verloren hat“. Das hat seinen Grund in der Expertise, aber auch in der Firmenphilosophie, der „360-Grad-Kunden-Bindung“. BHM ist Berater im Vorfeld eines Projekts, plant es dann, übernimmt die Bauaufsicht und betreut das Werk anschließend. Und noch etwas kommt dazu, das so wichtig ist, dass es einst den Ausschlag gab, eine eigene Firma zu gründen. „Es kommt auf die Menschen an“, formuliert Monz. „Unser damaliger Arbeitgeber war der Ansicht, dass es nur auf das Unternehmen und seine Expertise ankommt, wenn man einen Auftrag bekommt. Wir waren anderer Ansicht.“

Begonnen mit den drei Gründern, wuchs das Unternehmen rasch. Heute werden über 160 Mitarbeiter an fünf Standorten und in drei Gesellschaften in Feldkirch, Linz und Graz beschäftigt. Und die Auftragslage – die Bücher sind gut gefüllt – böte Platz für weitere Mitarbeiter. Schließlich befindet sich in den USA der nächste BHM-Standort in Gründung. BHM engagiert sich intensiv um neue Mitarbeiter, ermöglicht jungen Ingenieuren und HTL-Schülern Praktika und Projekte. In Graz mit seinem technischen Schwerpunkt an der Uni geht das erfahrungsgemäß leichter als in Vorarlberg, doch auch in der Vorarlberger Zentrale des Ingenieursbüros, die vor Kurzem erweitert wurde, finde man – wenn auch schwieriger – engagierte und hoch qualifizierte Mitarbeiter.

Planung für Industrie und Verkehr

BHM plant große Industrieanlagen weltweit. Oft wird der Kunde begleitet, z. B. Hirschmann Automotive nach Marokko und Mexiko. Auch Vorarberg Milch vertraute auf BHM, genauso illwerke vkw beim Projekt Obervermuntwerk II im Bereich Gebäudetechnik. „Für Logistikhallen sind wir eher die falschen Partner“, stellen Haßler und Monz klar, die auch als Unternehmer mit der Akribie von Ingenieuren zugange sind: Sie haben die Nachfolge geregelt und beteiligen die Standortleiter an den jeweiligen Firmen, die wiederum eine Holding als Klammer haben. VN-sca

„Wir übernehmen die Planung, überwachen den Bau und managen die Gebäude.“