„Eine Papierflasche in jeder Hand“

Markt / 12.10.2019 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die erste Flaschengeneration hat die Testphase durchlaufen, nun wird zusammen mit großen Industriepartnern an der Weiterentwicklung der Papierflasche gearbeitet. FA

Nächster Schritt im Projekt: Alpla-Joint-Venture stellt Pioneer Community vor.

Hard, Kopenhagen Im April 2019 gaben der Harder Verpackungshersteller Alpla und der führende schwedische Anbieter von Verpackungsmaterialien und -lösungen aus Papier, BillerudKorsnäs, bekannt, dass sie ein Joint Venture für die Entwicklung einer Papierflasche gründen wollen.

„Wichtigste Initiative“

Was so nüchtern klingt, könnte den globalen Verpackungsmarkt kräftig durcheinanderwirbeln und wäre angesichts der weltweiten Klimadiskussion ein Befreiungsschlag für die stark angegriffenen Hersteller von Verpackungen und ihre Kunden. Im April warteten die beiden Firmen noch auf die Zustimmung der Kartellbehörden, die erfolgt ist, denn die Kooperation firmiert mittlerweile unter dem Namen Paboco (Paper Bottle Company) und hat auch schon gewichtige Mitstreiter in der Industrie gefunden, die am Freitag im Rahmen des C40 World Mayors Summits als sogenannte Pioneer Community präsentiert wurden.

Ich möchte hervorheben, dass wir vollständig biobasierte Papierflaschen einführen.“

Günther Lehner, CEO Alpla

Die Community besteht neben den Eigentümern Alpla und BillerudKorsnäs aus den Pioneer Brands Carlsberg, L’Oréal, Coca-Cola und Absolut sowie Technologiepartnern. Bekannte Marken und Experten in den Bereichen Material, Design und Technologie bündeln in diesem Netzwerk ihr Know-how, um gemeinsam das langfristige Ziel umzusetzen: die Entwicklung und Skalierung einer vollständig biobasierten und recyclingfähigen Flasche aus erneuerbaren Materialien.

Praxistest

Das Unternehmen bezeichnet das Papierflaschenprojekt als vielleicht wichtigste Initiative unserer Branche in unserer Zeit und formuliert auch ein klares Ziel: „Eine Papierflasche in jeder Hand.“ Eine erste Flaschengeneration befindet sich im Praxistest. Die folgenden Generationen von Papierflaschen sollen mit vollständig biobasierten und biologisch abbaubaren Barrieren ausgestattet sein,  heißt es seitens des Unternehmens Paboco anläßlich des C40 World Mayor Summits.

„Große Chancen“

Das Potenzial sei enorm. Die Papierflasche bietet große Chancen, was ein gleiches Maß an Engagement und Zusammenarbeit erfordert. Im Team sei die Realisierung möglich, betont  Gittan Schiöld, Interim-CEO von Paboco. „Wir arbeiten entlang der Wertschöpfungskette zusammen, teilen die Risiken und sind uns einig in unserer Vision, dass die Papierflasche Realität wird und diese Branche grundlegend für immer verändert.“