Fast ein „neuer“ Bezirk

Markt / 15.10.2019 • 22:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein komplettes Stadtquartier entwickelte Prisma im 2. Wiener Bezirk. Heute, Mittwoch, trennt sich die Firma von diesem Projekt.  Fa
Ein komplettes Stadtquartier entwickelte Prisma im 2. Wiener Bezirk. Heute, Mittwoch, trennt sich die Firma von diesem Projekt.  Fa

Prisma-Projekt in Wien an Wiener Städtische verkauft.

Wien Es war auch für die Bundeshauptstadt Wien ein aufsehenerregendes Stadtentwicklungsprojekt. Im zweiten Bezirk (Leopoldstadt) in unmittelbarer Praternähe wurde ein neues Stadtquartier, quasi ein neuer Bezirk, mit Universität, Firmenzentralen, Geschäften und Wohnungen entwickelt, und der Vorarlberger Immobilienentwickler Prisma hat zusammen mit Partner Wiener Städtische Versicherung einen wesentlichen Part in diesem Spiel. Auf 17.000 Quadratmetern war zunächst von der ausschreibenden „Wiener Messe“ als Eigentümerin der Fläche ein reiner Büro­standort geplant.

Gemischt statt monoton

Doch im Laufe der Jahre wurde aus dem Bürostandort ein Quartier mit gemischter Nutzung, das schluß­endlich ab 2016 realisiert wurde. Heute, Mittwoch, wird das Projekt offiziell mit Ansprachen und Häppchen abgeschlossen. Und Prisma-Vorstand Ölz wird wohl auch ein Glas Sekt auf das Finale trinken. Denn zur Übergabe gibt die Dornbirner Prisma Unternehmensgruppe ihren 50-Prozent-Anteil an der MC EINS Investment GmbH an den zweiten 50-Prozent-Gesellschafter Wiener Städtische ab, wie Ölz nun bekannt gab. Über den Kaufpreis wollen Prisma und Wiener Städitsche nicht sprechen. Doch alleine die Errichtungskosten betrugen über 50 Millionen Euro. Ohne Grundstück.

Statt einem Arbeitscampus wurde aus dem Messecarree ein Stadtquartier, in dem Wohnen, Leben und Arbeiten vereint sind. Nach einer mehrjährigen Konzeptions- und Planungsphase wurde das Gebäude in den Jahren 2016 bis 2019 errichtet. Die Architektur von Tillner & Willinger, vernetzte Freiräume und die Ausprägung wichtiger Sichtachsen geben dem Messecarree die Identität. Eine begrünte, öffentlich zugängliche Plaza schafft eine direkte
Verbindung zum Messe-Vorplatz und der U-Bahnstation Messe-Prater, mit der eine optimale öffentliche Verkehrsanbindung gewährleistet ist. Die 162 Wohnungen waren begehrt und sind bereits „eingewohnt“. Für rund 50 Quadratmeter mit Loggia zahlen die Mieter rund 900 Euro monatlich. Hauptsächlich angeboten werden Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Während die Wohnungen komplett vergeben sind, seien noch wenige Büroflächen frei. Für die Bewohner und Angestellten vor Ort wurde auch die entsprechende Infrastruktur geschaffen. Einkäufe lassen sich in Geschäften von Hofer, Bipa und der Post  vor Ort erledigen. VN-sca

 

Messecarree Fakten

Baustart 2016

Baukosten (ohne Grundstück) ca. 50 Millionen Euro

Eigentümerin MC EINS Investment GmbH (50 % Prisma Unternehmensgruppe bis 30. 9. 2019), 50 % Wiener Städtische Versicherung AG

Nutzflächen ca. 4600 m² Büroflächen, ca. 2150 m² Handelsflächen
ca. 10.250 m² Wohnfläche für 162 frei finanzierte Mietwohnungen