Kauflaune bleibt trotz trüber Aussichten gut

Markt / 18.10.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch wenn die Vorarlberger ob der wirtschaflichen Wetterlage den Schirm auspacken, bleibt die Konsumlaune groß. VN/STEURER

VN-Wirtschaftsbarometer: 47 Prozent der Vorarlberger erwarten Konjunktureintrübung.

Schwarzach, Linz Vierteljährlich ermittelt das Linzer Meinungsforschungsinstitut Spectra die wirtschaftliche Großwetterlage in Österreich und den einzelnen Bundesländern in Zusammenarbeit mit den VN und anderen Bundesländerzeitungen und liefert damit ein gutes Bild der wirtschaftlichen Befindlichkeit im Land. Beim Wirtschaftsbarometer wird konsequent in der Sprache von Meterologen abgefragt, wie die Befragten das Wirtschaftswetter einschätzen: 68 Prozent der Österreicher sehen dieses in der Umfrage zum Quartal 3/2019 nach wie vor als „strahlend blau und sonnig“.

Vorarlberger sind Pessimisten

Anzeichen für einen Abschwung sehen die Österreicher nicht. Anders die Vorarlberger, die deutlich pessimistischer  (oder realistischer?) sind als die Landsleute östlich des Arlbergs: Nur 47 Prozent sehen die ökonomische Sonne so hell strahlen wie in den vergangenen Jahren. Die Vorarlberger wichen schon länger vom Österreich-Ergebnis ab. Seit mehreren Quartalen mutmaßen sie, dass das Wachstum bald zu Ende geht.

Richtig Sorgen machen sie sich allerdings nicht, zumindest nicht für das nächste Jahr. Fürchteten sich noch im Juni 33 Prozent vor einem Rückgang der Wirtschaft, sind es diesmal 28 Prozent. Nachgelassen hat aber auch die Zuversicht im Land: Statt 40 Prozent im Juli sind jetzt noch 38 Prozent zuversichtlich.

Spectra-Chef Peter Bruckmüller geht beim noch von Optimismus geprägten Österreich-Ergebnis davon aus, dass sich die Stimmung  langsam dreht: „Schaut man sich die Entwicklung an, könnte es bereits im vierten Quartal einen Gleichstand geben“, also, dass statt 68 Prozent Optimisten nur noch 50 Prozent die Lage sonnig sehen.

Gutes Konsumklima

Trotz Pessimismus leidet das Konsumklima auch in Vorarlberg nicht: Nur 18 Prozent wollen sich einschränken, 75 Prozent entscheiden spontan, ob sie Geld ausgeben und sorgen damit vorläufig dafür, dass die Wirtschaft weiterhin vom hohen Inlandskonsum profitiert. In Vorarlberg können sich laut Spectra-Umfrage nach eigener Einschätzung 15 Prozent mehr leisten als im vergangenen Jahr, österreichweit sind es 13 Prozent. Am größten ist der Meinungsunterschied zwischen Vorarlbergern und Österreichern bei der Arbeitsmarkteinschätzung. 61 Prozent der Vorarlberger rechnen mit einer Zunahme der Arbeitslosigkeit (Österreich: 23 Prozent).

Hohes Ansehen

Michael Doppelmayr ist Vorarlbergs Unternehmer mit dem höchsten Ansehen in der Spectra-Umfrage: 63 Prozent haben eine gute Meinung von ihm, nur ein Prozent hat keine gute Meinung. Spectra befragte 2015 Österreicher.