Von wegen Schoggi und Käse

Markt / 18.10.2019 • 19:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz beliefert die halbe Welt mit seinem Energy Drink aus der Schweiz.  MR
Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz beliefert die halbe Welt mit seinem Energy Drink aus der Schweiz.  MR

Red Bull beflügelt nicht nur Österreichs Exporte, sondern auch jene der Schweiz.

Widnau, Fuschl am See Dass Red Bull die österreichischen Lebensmittelexporte nicht nur beflügelt, sondern dominiert, ist hinlänglich bekannt, auch wenn man sich im Hauptquartier in Fuschl zugeknöpft gibt, was Zahlen anbelangt. Dass Red Bull aber auch in der Schweiz inzwischen zum wichtigsten Lebensmittelexport geworden ist, das hat selbst die Schweizer Statistiker erstaunt. Ganz zu schweigen von den Eidgenossen, die immer glaubten ihre kulinarischen Botschafter in der Welt sind Schoggi und Käse. Weit gefehlt.

Produktion seit 2005

Im Jahr 2005 lief gleich über der Schweizer Grenze in Widnau die Produktion von Red Bull an. Nicht weil in der Schweiz billig produziert werden kann, sondern aus strategischen Überlegungen, wie Firmenchef Dietrich Mateschitz damals dem Wirtschaftsmagazin „Cash“ erläuterte: Firmen, die in der EU produzieren, könnten auf einer schwarzen Liste landen, wenn zwischen den USA und der EU ein wirtschaftlicher Handelsstreit beginnt. Wie recht er hatte, zeigt sich, seit Donald Trump Präsident in den USA ist.

Inzwischen kommt jede zweite Red-Bull-Dose aus der Schweiz, wie das Berner Bundesamt für Statistik bekannt gibt. Der österreichische Getränkekonzern nimmt den Schweizer Landwirten rund ein Viertel ihrer Zuckerrübenproduktion ab, wie das Unternehmen gegenüber Schweizer Medien bestätigt hat. Heuer sind das rund 400.000 Tonnen.

Zur Veranschaulichung, was die Produktion des bekanntesten und bestverkauften Energydrinks für den Schweizer Export bedeutet, weitere Kennzahlen des Schweizer Bundesamtes für Statistik: Vor 2004 exportierte die Schweiz jährlich Softdrinks für rund 40 Millionen Franken. Dieses Jahr werden es bis zum Jahresende etwa zwei Milliarden Franken sein, denn bereits im ersten Halbjahr 2019 beliefen sich diese Ausfuhren auf eine Milliarde Franken. Wertmäßig ist das fast doppelt so viel wie Käse und Schokolade zusammen. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2018 legten die Softgetränkeexporte erneut um 1,8 Prozent zu. VN-sca