Peoples konzentriert sich auf Altenrhein

Markt / 22.10.2019 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Peoples Air Group-Geschäftsführer Thomas Krutzler will sich als Nischencarrier voll auf das Liniengeschäft und die Charterflüge ab Flughafen Altenrhein konzentrieren. FA

Fluglinie strafft Angebot. Zweites Flugzeug wird verkauft, fünf Mitarbeiter gekündigt.

Altenrhein Der Sommerflugplan 2019 der Fluglinie Peoples mit Homebase Altenrhein führte außerdem Verbindungen ab Memmingen, Salzburg, Wien und Bern in europäische Urlaubsdestinationen an. Damit ist jetzt Schluss. Mit dem neuen Flugplan, der kommende Woche in Kraft tritt, werden diese Flüge nicht mehr angeboten. Nicht nur, weil im Winter die Nachfrage klein ist, sondern weil sich das saisonale Chartergeschäft längerfristig nicht rentiert. Die Mitarbeiter von Peoples wurden am Dienstagnachmittag über die strategische Entscheidung der Geschäftsleitung informiert. Man wolle sich auf das Kerngeschäft konzentrieren, also auf die Linie nach Wien und die Charterangebote ab Altenrhein zu zehn Destinationen am Mittelmeer.

Für fünf Mitarbeiter heißt das, dass sie den Arbeitsplatz verlieren. Es sei sehr schwer gefallen, die Mitarbeiter zu kündigen, sagt der Geschäftsführer der Peoples-Gruppe, Thomas Krutzler, deshalb habe man für flankierende Maßnahmen gesorgt, etwa durch die Unterstützung für die Mitarbeiter, die einen Arbeitsplatz bei anderen Airlines anstreben, und mit Vertrauenspersonen, die den Betroffenen zur Seite stehen. Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal in der Luftfahrt sei groß, so Krutzler gegenüber den VN, „wir sind zuversichtlich, dass alle betroffenen Mitarbeiter eine gute Anschlusslösung finden.“

„Unser Augenmerk gilt unserer Verbindung nach Wien und den Angeboten ab Altenrhein.“

Thomas Krutzler, CEO Peoples Air Group

Die Maßnahme sei ausschließlich der Verantwortung für das Unternehmen, das insgesamt rund 130 Mitarbeiter beschäftigt, geschuldet, betont auch Eigentümer Markus Kopf. Mit der Einstellung der Charterflüge ab anderen Flughäfen wird auch der zweite Flieger obsolet. Die Embraer 170 soll bis zum Jahresende verkauft werden. Zuvor wird es noch für den Linieneinsatz verwendet, denn das verbleibende  Flugzeug wird im November einem großen Check unterzogen. Die Flüge ab den Flughäfen seien zwar gut angenommen worden, doch Charter sei ein Saisongeschäft, könne nur sechs Monate jährlich durchgeführt werden. Übers Jahr gerechnet und angesichts der insgsamt anspruchsvoller werdenden Rahmenbedingungen lasse sich ein wirtschaftlicher Betrieb nicht darstellen, so Krutzler. Kopf weist in diesem Zusammenhang auch auf die sich ändernden Rahmenbedingungen speziell für die Schweizer Regionalflughäfen hin. „Die Förderung der Flugsicherung durch den Bund reduziert sich substanziell.“ Außerdem gebe es Diskussionen, welche der elf Regionalflughäfen künftig überhaupt noch unterstützt werden. Das könne auch Altenrhein treffen. Und auch die Auswirkungen der in der Schweiz beschlossenen CO2-Abgabe auf Flugtickets seien noch nicht klar.

Die strategischen Überlegungen haben, so Kopf, „zurück zu den Wurzeln geführt“. Als Nischencarrier setze man auf Qualität statt Quantität.