Säbelrasseln bei KV-Verhandlungen

Markt / 23.10.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Über 100 Betriebsräte der Vorarlberger Metallindustrie geben ihren Verhandlern in den KV-Verhandlungen Rückendeckung. PV

Kollektivvertrag der Metaller: Gewerkschaften bereiten sich auf Kampfmaßnahmen vor.

Bregenz „Ein neuer Rekord“, freut sich der Obmann der Produktionsgewerkschaft Pro GE, Wolfgang Fritz, am Dienstagmittag. Rekord ist die Teilnehmerzahl von über 100 Betriebsräten an der von der Gewerkschaft ausgerichteten Betriebsräteversammlung im Bregenzer Gasthaus Lamm zur weiteren Vorgangsweise bei den Kollektivvertragsverhandlungen der Metaller, die am Montag in die nächste Runde gehen (die VN berichteten). Waren es im vergangenen Jahr sieben Gesprächsrunden, wolle man diesmal zumindest in der fünften Runde am 28. Oktober positive Signale sehen, präzisiert Karl Dürtscher, einer der Verhandlungsführer der Arbeitnehmerseite, das erwartete Ergebnis. Wenn nicht, dann greife man zu anderen Mitteln, sagt der gebürtige Vorarlberger im Gespräch mit den VN, das heißt: Zuerst Betriebsversammlungen, die bereits am Dienstag beginnen sollen und die nächsten zwei Tage weitergeführt werden. Sollte das nicht greifen, könne es auch Arbeitsniederlegungen geben, stellt er die Rute ins Fenster.

Unterstützung für Verhandler

Im Lamm holte sich Dürtscher die Unterstützung der Betriebsräte, die „zu 100 Prozent hinter unseren Forderungen stehen“. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 4,5 Prozent, die Arbeitgeber bieten 1,8 Prozent. „Das deckt gerade die Inflation“, poltert Dürtscher. Auf andere Vorschläge der Arbeitnehmervertreter wie die Vier-Tage-Woche oder eine sechste Urlaubswoche seien die Arbeitgeber nicht einmal eingegangen. Argumente wie die nachlassende Konjunktur lässt Dürtscher nicht gelten. „Die Situation ist nicht schlecht“, verweist er auf Geschäftszahlen des Jahres 2018. Auch die Autoindustrie erhole sich schon wieder. Den Unternehmern wirft er vor, die Gewinne aus den Betrieben herauszunehmen. Dafür sei die Gewerkschaft nicht zu haben: „Wir kämpfen nicht für die Dividenden der Unternehmer“, schlägt er klassenkämpferische Töne an.

Wo sich die beiden Seiten treffen könnten, will er nicht sagen, klar sei aber, dass man sich aufeinander zubewegen werde, die Gewerkschaft erwarte sich einen deutlichen Schritt und erinnert die Unternehmer daran, dass man in Zeiten des Fachkräftemangels auch etwas bieten müsse, um attraktiv zu sein.