2,7 Prozent „gerade noch vertretbar“

Markt / 29.10.2019 • 22:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Johannes Collini, GPA-GF Karl Dürtscher (M.), Rainer Wimmer (Pro-GE). APA
Johannes Collini, GPA-GF Karl Dürtscher (M.), Rainer Wimmer (Pro-GE). APA

Mehr Geld in der Lohntüte für 14.000 Vorarlberger.

Wien „Wir haben schon weitaus bessere Voraussetzungen gehabt“, sagt der aus Schruns stammende Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft GPA djp, Karl Dürtscher, nach dem Abschluss des Kollektivvertrages für die Metalltechnische Industrie und bezeichnet das Ergebnis als „akzeptabel“. Dem Montafoner saß bei den fünf Verhandlungen ein anderer Vorarlberger gegenüber: Johannes Collini war Chefverhandler der Industrie. Er spricht davon, dass der Kollektivvertragsabschluss „unter Berücksichtigung der Rahmenbedinungen gerade noch vertretbar“ sei.  Die von der Gewerkschaft angedrohten Kampfmaßnahmen wurden abgeblasen.

 

Die Ausgangslage: Die Gewerkschaft forderte 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt für die 130.000 Beschäftigten in der Metalltechnischen Industrie, die Arbeitgeber boten bis zuletzt 1,8 Prozent: Montagnacht einigten sich Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter in der fünften Runde auf eine Erhöhung der Ist- und KV-Löhne sowie -Gehälter um im Schnitt 2,7 Prozent. Das Metaller-Ergebnis ist der Richtwert für die meisten weiteren Branchen. Die von der Arbeitnehmerseite angedrohten Kampfmaßnahmen kommen nun nicht mehr zum Tragen.

 

Das Ergebnis: Die niedrigen Gehalts- und Lohngruppen werden um 2,8 Prozent erhöht, mittlere um 2,7 Prozent und hohe um 2,6 Prozent. Außerdem wird der kollektivvertragliche Mindestlohn bzw. das Mindestgrundgehalt von derzeit 1915 auf 2000 Euro brutto pro Monat angehoben. Die Zulagen steigen um 2,6 Prozent, die Lehrlings­entschädigungen um 2,7 Prozent und die Diäten um zwei Prozent.

 

Der Zeitplan: Der neue Kollektivvertrag gilt ab 1. November für zwölf Monate. Auch im Rahmenrecht einigten sich die KV-Verhandler auf Änderungen: Jubiläumsgelder können von Beschäftigten ab April 2020 in bezahlte Freizeit umgewandelt werden. Der Verbrauch kann dabei individuell vereinbart werden.

Sowohl die Arbeitgeber als auch Gewerkschaft zeigten sich mit dem Abschluss angesichts der Konjunkturaussichten zufrieden. „Der neue Mindestlohn mit 2000 Euro hat eine enorme sozialpolitische Signalwirkung“, so Dürtscher. Der Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), Christian Knill, bezifferte die Kosten des Abschlusses für die Firmen mit rund 180 Millionen Euro. In Vorarlberg bekommen rund 14.000 Mitarbeiter in der Metallindustrie höhere Löhne. VN-sca