Vorarlberger sorgt in Dritte-Welt-Ländern für sauberes Wasser

Markt / 29.10.2019 • 06:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wadi sorgt dafür, dass Tausende Menschen sauberes Trinkwasser haben. Bild: Übergabe von Wadis in Bangladesh. FA

Martin Wesian sorgt mit „Wadi“ in Afrika und Asien für sauberes Wasser.

Wien, Schwarzach In Österreich ist sauberes Trinkwasser so selbstverständlich, dass es für alles verwendet wird – vom Wäschewaschen bis zur Toilettenspülung, zum Platz abspritzen und eben auch zum Trinken. Doch sauberes Wasser ist weltweit ein rares Gut. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben etwa drei Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die unzureichende Versorgung mit sauberem Wasser ist in vielen Ländern Asiens und Afrikas, aber auch in Lateinamerika Hauptursache für Tod und Krankheit und für eine hohe Kindersterblichkeit.

Grundlage des Lebens

Wasser ist die Grundlage allen Lebens auf dem blauen Planeten und weit kostbarer als man hirzulande vermutet. Nur zirka ein Prozent der Wassermassen sind schlussendlich Trinkwasser. Das hat Martin Wesian (45) in jungen Jahren selbst erfahren müssen. Mit knapp 20 Jahren erkrankte er in Venezuela an Cholera. Das Wasser, das er damals trank, war verunreinigt. Wieder gesundet und nach mehreren Jahren in Venezuela als Restaurantbetreiber zurück in Österreich, blieb er der Thematik, die er am eigenen Leib erfuhr, treu. Besonders als er von einem ETH-Forscher von der Möglichkeit erfuhr, Wasser mit UV-Strahlung zu desinfizieren.

Die Funktion ist leicht erklärt: Die Sonne tötet mit ihrer UV-Strahlung Bakterien, Viren, Protozonen. Sie sind die gefährlichsten Krankheitserreger. Das Wasser muss dafür in einer PET-Flasche abgefüllt sein. Schwierig wird es allerdings festzustellen, wann das Wasser sauber ist. Das meldet Wadi (steht für Wasserdesinfektion), das Gerät, das Wesian mit- hilfe von Wissenschaftlern und mit Unterstützung von Freunden und Geschäftspartnern entwickelt hat und in Österreich produziert. Und das wartungsfrei ist. Obwohl in der Produktion darauf geachtet wird, dass das Gerät auch leistbar ist, ist es, so Wesian im Gespräch mit den VN, vielen Menschen zu teuer. Rund 20 Euro kostet der Wasserreiniger. Dennoch gebe es Wadi im freien Verkauf.

„Für die Expo Dubai wurde Wadi als einziges EU-Projekt zur  Nachhaltigkeit ausgewählt.“

Martin Wesian, GF und Gründer Fa. Helioz

Das ist aber nur ein Teil der Marktstrategie, denn natürlich muss die Firma Helioz auch wirtschaftlich reüssieren.  Man arbeite mit zahlreichen NGOs wie z. B. dem SOS Kinderdorf zusammen. Das von der WHO getestete und empfohlene Gerät wird aber vor allem von Firmen zur Finanzierung von C02- und CSR-Projekten (CSR: Corporate Social Responsibility) angekauft und weitergegeben. Die Lebensmittelkette Hofer ist seit drei Jahren Kunde von Wesians Unternehmen Helioz und hat Wadis zur Versorgung von rund 40.000 Menschen in Bangladesh finanziert. Auch der Harder Verpackungsspezialist Alpla finanziert Wadis in Indien. Und selbst Privatpersonen können Wadis über die Organisation „Get Water“ spenden.