Gefährlich schnell: 5G sorgt für Diskussion

Markt / 03.11.2019 • 18:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für den geplanten neuen Standard für mobiles Internet und Mobiltelefonie, 5G, werden mehr Antennen gebraucht. Dieses Modell ist bei A 1 im Test. A1
Für den geplanten neuen Standard für mobiles Internet und Mobiltelefonie, 5G, werden mehr Antennen gebraucht. Dieses Modell ist bei A 1 im Test. A1

Befürworter sehen Chancen, Kritiker das Risiko.

Schwarzach 5G steht für die fünfte Generation Mobilfunk. Damit sollen die Mobilfunkbetreiber zur flächendeckenden Versorgung und zur vollständigen Durchstrahlung aller Gebäude verpflichtet werden. Wenn es nach Alt- und Baldkanzler Sebastian Kurz geht, soll Österreich 5G-Vorreiter in Europa werden. Ein Vorhaben, das Kritikern sauer aufstößt. Wie Leo Simma, Initiator der „Betroffenen Bürger Vorarlbergs“. „Täglich erreichen mich weitere Anfragen“, sagt er.

„Ausreichend versorgt“

Mit Veranstaltungen wolle man aufklären, so der Aktivist. „Uns geht es nicht um Angstmache und Verhinderung“, sagt Simma und präzisiert, was das Ergebnis der Information sein soll, „wir sind aber mit der aktuellen Technik ausreichend versorgt.“ 5G sei nicht zu vergleichen mit UMTS (3G) oder LTE (4G). 5G werde bis zu 400.000 Mal leistungsfähiger sein als der GSM-Standard (2G), so Simma. Der Hauptgrund für 5G ist die signifikant höhere Reaktionszeit, fast in Echtzeit, was u. a. selbstfahrende Autos ermöglichen soll. Oberhalb von sieben Gigaherz (GHz) verkürzen sich die elektromagnetischen Wellen laut dem 5G-Kritiker so stark, dass sie sich schlechter ausbreiten. Deshalb müssen alle 100 Meter Antennen angebracht werden, die intensiver und kurzwelliger strahlen. Simma schafft in diesem Zusammenhang, nämlich durch die vielen Sendemasten, die Strom und Rohstoffe verbrauchen, auch den Sprung zur Klimadiskussion: „So gesehen ist 5G auch ein Klimakiller.“

Studie in Arbeit

„Fakt – und mit den Zahlen der Statistik Austria überprüfbar – ist, dass sich seit Einführung des digitalen Mobilfunks die Neuerkrankungsrate in den letzten 25 Jahren nicht erhöht hat. Im Gegenteil, in manchen Jahren ist sie sogar zurückgegangen“, sagt Gregor Wagner, Sprecher der österreichischen Mobilfunkindustrie (FMK). Kurz beantwortet eine Anfrage so: „Innerhalb der gültigen Grenzwerte für Mobilfunksendeanlagen gibt es keine bestätigten Belege auf eine schädigende Wirkung.“ Die Akademie der Wissenschaften und das Austrian Institute of Technology seien dennoch mit einer entsprechenden Studie beauftragt. Sie soll bis Jänner 2020 vorliegen. Die Gesetzgeber und auch die WHO berufen sich auf die geltenden Grenzwerte, die die Internationale Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP), die in München beim Bundesamt für Strahlenschutz angesiedelt, aber eigenständig ist, festgelegt hat. MEC