Mission Nahversorger

Markt / 05.11.2019 • 22:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Gemeindevertretung von St. Anton entzweit sich am geplanten Supermarkt.

St. Anton Seit Längerem steht in der St. Antöner Gemeindestube schon die Nahversorgung im Zentrum der Diskussion (die VN berichteten). So wurden bereits im Dezember 2018 erste Pläne der Tiroler Handelskette MPreis vorgelegt, nach denen zwischen der Bäckerei Stüttler und dem Gemeindeamt ein Supermarkt entstehen sollte – dieser hätte bis Weihnachten 2019 realisiert werden können. Doch das Projekt mutierte in den folgenden Monaten zum Zankapfel in der Gemeindestube – jedenfalls hinter ihren verschlossenen Türen.

„In der Vertretung kam der Wunsch auf, dass auch andere Nahversorger Pläne für den Standort St. Anton ausarbeiten sollen“, informiert Bürgermeister Raimund Schuler. Diese wurden sodann im Juli dieses Jahrs in der Vertretung diskutiert. „Da waren an die 20 Personen anwesend“, führt der Bürgermeister weiter aus. Diese wurden aber auf Antrag einiger Gemeindevertreter ausgeschlossen, da die Diskussion um den örtlichen Nahversorger nicht öffentlich erfolgen sollte. Die Vertreter einigten sich damals darauf, dass alle Pläne von einem externen Büro geprüft und dann abermals der Gemeinde präsentiert werden sollen.

Heute, Mittwoch, 6. November, ist es nun so weit, und die Gemeinde wird gemeinsam mit dem Bauexperten Heinz Fleisch über die Varianten beraten. Auf Antrag der Gemeindevertreter Rudolf Lerch, Ludwig Meier, Herbert Battlogg und Wilma Battlog jedoch abermals unter Ausschluss der Öffentlichkeit, was zu großem Unmut in der Gemeinde führte. „Ich wurde schon beim letzten Mal hinausgeschickt und verstehe nicht, wieso das nicht einfach wie in anderen Gemeinden öffentlich diskutiert werden kann“, empört sich Anrainerin Eva-Maria Vonier und weiter: „Immerhin ist das doch im Interesse aller.“ So warte Vonier schon seit Langem auf den Nahversorger, da dieser nicht nur die Versorgung, sondern auch einen langersehnten Bankomaten ins Dorf bringen würde, was gerade auch dem Tourismus und der Gastwirtschaft zugute käme.

Bürgermeister Schuler sieht sich hier aber auch mit dem Rücken zur Wand: „Natürlich hätte ich auch gerne eine öffentliche Sitzung, ich habe das auch versucht umzusetzen. Aber der Antrag wurde von einer Mehrheit der Gemeindevertreter angenommen.“ Was verwundert, denn in St. Anton gibt es eine Einheitsliste – ÖVP und Parteifreie. Die Antragssteller – zuvorderst Altbürgermeister Rudolf Lerch – wollten sich zum Antrag auf Nicht-Öffentlichkeit nicht äußern.

Was bleibt, ist eine sich spaltende Gemeindevertretung. „Ich finde es traurig, dass bei einem so positiven Projekt so eine Diskrepanz aufkommt“, so Bürgermeister Schuler und weiter: „Zumal wir uns schon in der vergangenen Bürgermeisterperiode 2010 um einen Nahversorger bemüht haben.“ VN-JLO

„Ich finde es traurig, dass bei einem so positiven Projekt so eine Diskrepanz aufkommt.“