Schauwerkstatt und Marktforschung

Markt / 06.11.2019 • 21:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Transparenz und Maßarbeit. In der Panormanäherei können Kunden bei der Realisierung ihrer Wünsche zuschauen. FA

Traditionsunternehmen Fussenegger investiert in Produktion und Handel.

Dornbirn Im Jahr 1824 wurde im Dornbirner Wallenmahd der Grundstein gelegt für eine der traditionsreichsten Textilfirmen des Landes. 22 Jahre später, 1846, übernahm Johann Michael Fussenegger das Unternehmen und das wird bis heute und durch alle Höhen und Tiefen der Branche von seinen Nachkommen geführt. Die Produktpalette der Dornbirner umfasst heute Modestoffe, Vorhang- und Möbelstoffe, Bett- und Tischwäsche sowie Lohnveredelung. Damit ist die Traditionsfirma bis heute einer der größten Textilproduzenten Österreichs und auch heuer wieder erfolgreich unterwegs, so Max Wührer, Geschäftsführer des Bereichs Heimtextilien in der Firmengruppe, gegenüber den VN: „Es läuft gut in einem schwierigen Marktumfeld.“

Beratung und Maßarbeit

Zu Wührers Bereich zählen auch die Factoryshops des Unternehmens. Neben Dornbirn gibt es weitere Geschäfte in Satteins, in Lindau und in Rohrbach, wobei Satteins besonders die Hotellerie zur Kundschaft zählt, während im Dornbirner Shop eher die privaten Kunden das Gros stellen, wie Manuela Pillion, Leiterin des Geschäfts in Dornbirn, berichtet. Für diese wird gerade das Sortiment und das Geschäft nicht nur für Weihnachten, sondern insgesamt den Ansprüchen der Kunden von heute entsprechend aufgewertet. Zum Beispiel mit einer hausintern „Panoramanäherei“ getauften Werkstätte. „Wir haben das bewusst offen gestaltet, so können die Kunden unseren Mitarbeiterinnen zusehen, wenn sie ihre Vorhänge oder andere Produkte aus unserem Haus maßgerecht fertigen“, ist Pillon stolz auf Mitarbeiterinnern, Werkstätte und Service. Überhaupt hat sie genauso wie Wührer Freude mit der Produktgruppe Vorhänge. Diese boomt im Dornbirner Geschäft, weil auch die Bauwirtschaft im Land boomt, sagen Wührer und Pillion. Die großen Fenster, die heute architektonischer Trend sind, sorgen für zuverlässiges Wachstum in diesem Bereich. Fussenegger bietet deshalb nicht nur Vorhangstoffe, sondern alles rund um das Produkt, erklärt Pillion.

Marktforschung vor Ort

Auch die anderen Produktgruppen sind bei den Kunden begehrt, etwa die Bett- und Tischwäsche aus dem Dornbirner Betrieb. Abgerundet wird das Angebot durch Accessoires, Decken und natürlich Arido-Hemden, die Fussenegger in Niederösterreich produziert. Etwa fünf Prozent des gesamten Umsatzes wird in den firmeneigenen Geschäften generiert, 95 Prozent werden über den Fachhandel in Österreich und den Nachbarländern vertrieben. Die eigenen Shops haben einen unbezahlbaren Vorteil für Fussenegger, sie sind wichtige Instrumente für die Marktforschung. „Wir bekommen direkten Input der Kunden zu unseren Produkten und wir erfahren, was sie sich wünschen“, so Max Wührer.

Das Traditionsunternehmen Fussenegger investiert in Produktion und Handel.

Max Wührer, GF Fussenegger Heimtextilien GmbH

Fussenegger hat insgesamt die Strukturen in der Holding geschärft und sich aus einem Joint Venture zurückgezogen. Das habe auch Investitionen in den Maschinenpark mit sich gebracht. Auch die Immobilien sind nun unter dem Dach der Fussenegger Wirtschaftspark GmbH & Co KG zusammengefasst, so Miteigentümer und Geschäftsleitungsmitglied Wührer. In der traditionsreichen Firmengruppe arbeiten rund 100 Mitarbeiter, 15 davon in den Shops.