Blum will in Gaißau erweitern

Markt / 14.11.2019 • 22:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In Gaißau sollen neue Produktions- und Lagerflächen sowie ein Hochregallager entstehen. blum
In Gaißau sollen neue Produktions- und Lagerflächen sowie ein Hochregallager entstehen. blum

Verfahren zur Herausnahme von 1,48 Hektar Fläche aus Grünzone läuft.

Gaißau Der Beschlägehersteller Blum setzt auch weiterhin auf den Produktionsstandort Vorarlberg. Denn das Familienunternehmen beabsichtigt die Erweiterung des bestehenden Werkes 6 in Gaißau. Dort war früher die Beschichtungsfirma Plangger beheimatet, die 2003 von Blum übernommen wurde.

Nun plant Blum dort die Erweiterung von Produktion und Lagerflächen sowie die Errichtung eines Hochregallagers. Zudem werden Teile des Produktionsgebäudes zweigeschoßig nach oben erweitert. Gleichzeitig soll durch die Erweiterung auch die Logistik an dem Standort optimiert werden, um Lkw-Fahrten zwischen den Blum-Standorten zu reduzieren. Aktuell beschäftigt der Beschlägehersteller in Gaißau 400 Mitarbeiter. Durch den Ausbau soll die Zahl der Beschäftigten um 150 steigen, was dort folglich 550 Mitarbeiter bedeuten würde.

Laut einem Erläuterungs- und Umweltbericht, der in Zusammenhang mit einem aktuell bei der Landesregierung anhängigen Verfahren zur Herausnahme von Flächen aus der Landesgrünzone steht, benötigt der Beschlägehersteller für diese Erweiterung an das Werk 6 angrenzende Flächen aus der Landesgrünzone. Insgesamt handelt es sich um 1,48 Hektar. Das Verfahren wurde auf Anregung der Gemeinde Gaißau in die Wege geleitet. Die Gemeinde Gaißau verfügt über eine Räumliches Entwicklungskonzept (REK) aus dem Jahr 2004, das die Betriebserweiterung von Blum bereits berücksichtigt.

In betrieblicher Verwendung

Diese Flächen sind gegenwärtig teils als Freifläche-Landwirtschaftsgebiet, als Freifläche-Freihaltegebiet, als Freifläche Sondergebiet Betriebserweiterung und als Freifläche Sondergebiet Betriebsparkplatz gewidmet. Sie sind zu einem kleinen Teil also schon in betrieblicher Verwendung. Die Gemeinde Gaißau hat für 1,25 Hektar dieser Flächen nach der Herausnahme aus der Landesgrünzone die Umwidmung in Baufläche-Betriebsgebiet Kategorie I vorgesehen. Bei 0,23 Hektar handelt es sich bereits um Baufläche-Betriebsgebiet Kategorie I, die sich dennoch in der Landesgrünzone befinden. Dafür gab es 1994 eine Ausnahmeregelung. Jetzt sollen diese Flächen auch offiziell herausgenommen werden.

Zu diesen Flächen kommt auch noch die Erweiterung des Betriebsparkplatzes im Nordosten des Werkes. Dabei geht es um nicht ganz 0,2 Hektar an Grünflächen. Sie müssen allerdings für diese Verwendung nicht aus der Landesgrünzone herausgenommen werden, sondern sollen als Freifläche Sondergebiet Betriebsparkplatz gewidmet werden. Mit der Erweiterung wolle man das Unternehmen für die Zukunft absichern, sagt Gerhard Humpeler, Mitglied der Blum-Geschäftsleitung. Das Firmengelände liege auf einem für betriebliche Nutzung gewidmeten Gebiet. Die umliegenden Flächen seien ebenfalls im räumlichen Entwicklungskonzept als Betriebsgebiet ausgewiesen. Zudem hätte sich auch das Land aus politischer und raumplanerischer Sicht zu dem Standort bekannt, weshalb von Blum weitere Flächen in den vergangenen Jahren hinzugekauft worden seien.  

„Es macht nicht nur betriebswirtschaftlich Sinn, sondern reduziert auch den Lkw-Verkehr.“

Gerhard Humpeler, Blum Geschäftsleitung

Die Erweiterung mache nicht nur betriebswirtschaftlich Sinn, so Humpeler, sondern reduziere durch die Bündelung von Fertigungsschritten auch den Lkw-Verkehr zwischen den Werken. Die Erweiterung sei mehrgeschoßig geplant, um die Ressource Boden so gut wie möglich zu nutzen. Mit der Begrünung des Daches wolle man eine bestmögliche Integration in die umliegende Landschaft erreichen. Zudem spare diese Maßnahme Kühlenergie.

Kompensationsmaßnahmen

Als qualitative Kompensationsmaßnahme sei eine Umwidmung von derzeit als Freifläche-Sondergebiet „Sport u. Freizeit“ gewidmeten Teilflächen im Gaißauer Rheinvorland (Baggerlöcher) in der Größe von 1,1 Hektar in Freifläche-Freihaltegebiet beabsichtigt.