Neue Wege im Einkauf

Markt / 15.11.2019 • 19:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Über 30 Mitarbeiter an drei Standorten zählt der „Einkaufsberater“ mittlerweile. Ein vierter Standort wird bald eröffnet.  A. Lamprecht
Über 30 Mitarbeiter an drei Standorten zählt der „Einkaufsberater“ mittlerweile. Ein vierter Standort wird bald eröffnet.  A. Lamprecht

„Die Einkaufsberater“ garantieren optimierten Wareneinsatz für die Gastronomie.

Altach Das Unternehmen „Die Einkaufsberater“ entstand vor rund fünfeinhalb Jahren aus der Idee heraus, den Einkauf für Gastronomie und Hotellerie bedarfsgerecht zu optimieren. Während seiner langjährigen Tätigkeit als Vertriebsleiter im Handel erkannte Geschäftsführer Markus Schwarzenbacher, dass seitens der Gastronomie und Hotellerie die kalkulierte Marge in der Praxis häufig nicht erreicht wird. Die Gründe dafür ortete er in oftmals nicht vorhandenen Warenwirtschaftssystemen oder fehlendem Controlling. Genau da setzen „Die Einkaufsberater“ an und bieten ihren Kunden umfassende Dienstleistungen zur Produktivitätssteigerung.

Einkaufsabteilung für jeden

„Die Einkaufsberater“ stellen eigene Mitarbeiter, die alle Ausschreibungen und Einkäufe des vergangenen Jahres analysieren und die für den Gastronomen notwendigen Jahresmengen kalkulieren. Diese werden dann in einem österreichweiten Lieferanten-Netzwerk ausgeschrieben. „Der Kunde bekommt von uns quasi eine fertige Einkaufsabteilung“, erläutert Schwarzenbacher. „Unser Team kümmert sich vor Ort um den gesamten Prozess – von der Einkaufsanalyse über die Verhandlung mit Lieferanten, das Monitoring der Verträge bis hin zur laufenden Kontrolle. Der Kunde definiert selbst nach Sympathie, Qualitätsmerkmalen und wirtschaftlichen Aspekten, wo und was eingekauft wird. Diese Dienstleistungen sind nicht nur für jeden leistbar, wir garantieren sogar einen Gewinn.“

Neben der Einkaufsoptimierung bieten „Die Einkaufsberater“ weitere Services an, die dem Kunden einen Mehrwert aus Zeitersparnis, Kostenoptimierung und Controlling bringen. Dazu zählen Digitalisierung und Automatisierung der kompletten Buchhaltungswelt, Verbesserung von Personalplanung, Controlling und Energie- oder Versicherungskosten. Der Erfolg spricht für sich: Mittlerweile zählen 250 namhafte Groß- und Kleinkunden in Vorarlberg und ganz Österreich, vorrangig in Wien und Tirol, zu den Kunden der „Einkaufsberater“.

Nur ein System

Das Wachstum der letzten Jahre brachte auch Herausforderungen mit sich: “Wir kamen an einen Punkt, an dem das klassische Excel als Datenbank nicht mehr ausreichte. In weiterer Folge haben wir uns aufgrund des massiven Administrationsaufwands schlussendlich dazu entschieden, eine eigene Lösung zu entwickeln. „MEINbusiness“ wurde von der eigens gegründeten Tochterfirma „MB Software Solutions“ entwickelt und bietet dem Kunden ein komplett Cloud-basiertes Managementsystem, das tagesaktuell Daten auswertet und Optimierungsmöglichkeiten aufzeigt. „Unser System zeigt anhand von echtem Wareneinsatz auf, wo ein Problem liegt und wie es behoben werden kann. Das ist einzigartig in der Praxis.“ Bestehende Kassenprogramme, Hotelsoftware, Online-Buchungs-Plattformen, Warenwirtschafts- oder Registrierkassensysteme werden eingebunden und die Daten in nur einem System gemanagt. Wesentlich dabei ist die Einfachheit der Anwendung, sodass es vom Hotelmanager bis zum Koch von jedem problemlos bedient werden kann.

Noch einen Schritt weiter geht „MB Software Solutions“ mit dem FFG Forschungsprojekt „Protective Forecast“: Gemeinsam mit der Universität Klagenfurt wird ein Managementsystem mit künstlicher Intelligenz entwickelt. Damit sollen sogar externe Einflüsse wie Wetter, Stau, saisonale Gegebenheiten oder Veranstaltungen für die Planung von Personal, Einkauf und Controlling berücksichtigt werden.

Eine gute Mischung

Vorerst aber soll „MEINbusiness“ flächendeckend ausgebaut werden. Dazu sucht das junge Unternehmen aktuell u. a. jemanden, der sich um PR und Marketing kümmert. Schwarzenbacher ist auch überzeugt: Wir brauchen für unser Business eine gute Mischung aus jungen, IT-affinen und älteren Mitarbeitern mit viel Branchenerfahrung. Jeder kann voneinander lernen. Die beste Software bringt nichts, wenn man den Markt nicht kennt.“