Strompreis für VKW-Kunden steigt 2020 moderat

Markt / 19.11.2019 • 20:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
25 Prozent der Stromkosten, die der Kunde bezahlt, fließen für die Bereitstellung des Netzes. Sie könnten sich um 3,76 Prozent erhöhen. MEZNAR

Während in Deutschland der Strompreis eklatant steigt, ziehen die Kosten im Land nur leicht an.

Bregenz, Wien Deutschland ist anders. Schon jetzt haben 177 Stromanbieter ihre Kunden vorgewarnt, dass ab 1. Jänner die Preise für die elektrische Energie um durchschnittlich 5,4 Prozent steigen. Das bringt für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden (kWh) im Durchschnitt 64 Euro Mehrkosten im Jahr. Schuld an der Preiserhöhung seien gestiegene Umlagen und Netzgebühren, besonders die EEG-Umlage, mit der das Nachbarland den Ausbau erneuerbarer Energien finanzieren will, kommt teuer. Sie macht rund 22 Prozent des gesamten Strompreises in Deutschland aus.

Die Vorarlberger Kunden des regionalen Energieversorgers VKW müssen nicht mit so drastischen Preiserhöhungen rechnen, versichert der Sprecher des Unternehmens, Andreas Neuhauser. Trotzdem, der Strompreis steigt auch in Vorarlberg. Warum? Weil sich der Strompreis aus drei Komponenten ergibt: aus der Stromlieferung, deren Preis von den VKW festgelegt wird, aus dem Netzentgelt, das staatlich geregelt ist, und aus Steuern und Abgaben, die ebenfalls österreichweit und ebenfalls von der Politik bestimmt werden.

Netz und Ökostrombeitrag

Der Preis für die Energie werde am 1. Jänner 2020 nicht steigen, versichert Neuhauser auf VN-Anfrage. Das gilt aber nur für das Produkt Strom, nicht für das Netzentgelt, das immerhin 25 Prozent zum Gesamtpreis, den der Kunde auf seiner Rechnung findet, beiträgt. „Die neuen Tarife sind derzeit in Begutachtung, wir haben eine Erhöhung um 3,76 Prozent vorgeschlagen“, sagt E-Controll-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch. Er gehe davon aus, dass dieser Vorschlag auch angenommen werde. „Das macht bei einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden eine Preiserhöhung von rund sechs Euro im Jahr aus.“

„Die Netztarife sind in Begutachtung, wir haben eine Erhöhung um 3,76 Prozent vorgeschlagen.“

Wolfgang Urbantschitsch, Vorstand E-Control

Noch nicht zu beziffern ist für den Vorarlberger Stromversorger VKW und auch für E-Control nicht, wie sich der dritte Preisfaktor, nämlich die Steuern und Abgaben (Anteil am Strompreis rd. 36 Prozent), verteuern. Dass sie sich verteuern, ist indes fix. Allerdings sind die Berechnungen für den Ökostrombeitrag, den jeder Kunde bezahlen muss, noch im Gange, so Urbantschitsch. Er rechnet im Dezember mit Klarheit. Derzeit bezahlt ein Haushaltskunde in Vorarlberg bei 42 Prozent Nachtstromanteil und 5000 kWh 779 Euro jährlich für Strom.