Das sind die Trends: Anlage-Tipps des Experten

Markt / 19.11.2019 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Markus Kaller, Werner Böhler: „Fonds oder Aktien brauchen fachliche Begleitung.“ AFP

Wie Geld anlegen, wenn das Sparbuch ausfällt. Sparkassen-Experte Markus Kaller zu Anlage-Trends.

Dornbirn Der Run auf die Veranstaltung war groß. Als die Sparkasse Dornbirn ihre Kunden zum Wertpapierabend „Trends, die unsere Zukunft bestimmen. Wie sie mit ihrer Veranlangung davon profitieren können“, eingeladen hat, war sie binnen Stunden „ausverkauft“. Kein Wunder. Denn die Verunsicherung ist groß, seit klassische Sparformen durch die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank ins Abseits geraten sind.

Mehrere Anlageformen

Markus Kaller, Head of Markets Retail Sales AT beim Erste Asset Management, mag mit seiner Berufsbezeichnung ebenfalls verunsichern, in seinen Aussagen ist er aber klar. Er weiß, dass der Sparer, der bislang auf Sparbuch und Co. gesetzt hat, um es vorsichtig auszudrücken, zurückhaltend in neue Anlageprodukte wechselt. „Das ist nicht ganz so einfach“, stellt er im VN-Gespräch auch fest. Er rät grundsätzlich, das zu veranlagende Vermögen zu streuen. Klar brauche man auch ein Sparbuch, auf dem Geld liege, das sofort verfügbar ist. Einen Teil des Geldes könne man in Garantieprodukte der Bank investieren, das ist die „Gürtel- und Hosenträger“-Variante, die eben eine kleine Rendite bringt, etwas mehr Risiko, aber auch das in überschaubarem Rahmen, habe man mit Fonds. „Wir wollen aber niemanden in was hineinhetzen. Wenn man sich nicht wohlfühlt, dann soll man es besser bleiben lassen“, so Kaller. Was er nicht tun würde, ist alles auf ein Pferd, in diesem Fall auf eine Aktie, zu setzen. Da könnte man im Idealfall zwar stark zulegen, umgekehrt funktioniert es aber auch. Die Erste und damit die Vorarlberger Sparkassen bieten ein breites Spektrum an Anlagemöglichkeiten, die in fünf Themenbereichen verortet sind: Umwelt und saubere Energie, Technologie und Innovation, Lebensstil, gesellschaftlicher Wandel und aufstrebende Märkte.

Besonders boomen derzeit grüne Fonds, die nicht erst jetzt aufgelegt wurden. „Seit über zehn Jahren setzen wir auf grüne Investments und vertrauen im Beirat auf den WWF, der ein Einspruchsrecht hat. Ein Teil der Verwaltungsgebühren wird auch in Umweltprojekte des WWF investiert“, erzählt Kaller, der seit fast 20 Jahren im Wertpapiervertrieb Erfahrung sammeln konnte. Auch Microfinancefonds, die Mikrokredite vergeben, sind im Erste- und Sparkassenportfolio. Da die großen fünf Themen auch Querschnittsmaterie sind, sind es gemischte Fonds, die besonders interessant sind. Übrigens für alle Kunden, macht Sparkasse-Dornbirn-Chef Werner Böhler darauf aufmerksam, dass die neuen Anlageformen für alle Sparer und nicht nur für große Vermögen interessant sind. „Mit einem Fondssparplan kann man monatlich einen vereinbarten Betrag einzahlen“, so der Sparkassen-Chef, der auch darauf hinweist, wieviel Geld real verloren geht, wenn man nur aufs Sparbuch setzt:  Seit 2015 haben die Österreicher (nach Abzug der Inflation) 14,7 Milliarden Euro an Kaufkraft verloren, verweist er auf die Zahlen der Nationalbank.