Die zentrale Frage liegt im Warum

Markt / 20.11.2019 • 17:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bischof Benno Elbs verstand es, mit seinen Botschaften das Publikum zu faszinieren.VN/Lerch
Bischof Benno Elbs verstand es, mit seinen Botschaften das Publikum zu faszinieren.VN/Lerch

Bischof Benno Elbs zeigte die Verbindung der Bibel zum modernen Unternehmertum auf.

BLUDENZ Wer könnte es besser wissen als der liebe Gott, wie erfolgreiches Zusammenleben und -arbeiten funktioniert? Zumal auch die Kirche selbst eine riesengroße Firma ist, in der es „der Chef“ allerdings nicht immer leicht hat. „Weil wir anders als landläufig immer gemeint wird, keine starke Hierarchie haben.“ Mit dieser Botschaft und noch viel Weiteren verstand es Bischof Benno Elbs bei der 90. Auflage von „Unternehmer sein heute“, das Publikum zu begeistern. Es war nicht das einzige Jubiläum, denn für die Sparkasse Bludenz, die gemeinsam mit der Wiener Städtischen Versicherung in die Remise geladen hatte, war es die 20. Veranstaltung.

Aber auch zum vorweihnachtlichen Charakter passte es, dass ein hoher geistlicher Würdenträger den zahlreich erschienenen Unternehmerinnen und Unternehmern sozusagen geistlichen Beistand gewährte. Nur für den Außenstehenden mag es erstaunlich sein, dass die modern ausgelegte Bibel auch für erfolgreiche Unternehmen so manchen wertvollen Tipp parat hat. Für den Bischof, der sich auch in Sachen Management sehr bewandert zeigte und selbst seit 30 Jahren Führungsperson ist, ist die Verbindung klar. „Die entscheidenden Fragen des Lebens drehen sich um das Was, Wie und Warum. Gerade das Warum ist für Menschen sowie für Unternehmen wichtig.“ Umgelegt auf zeitgemäße Betriebsführung liegt darin die Botschaft, auf Werte zu setzen. „Denn nur mit Empathie werden wir als Gesamtheit überleben können“, stimmten Elbs‘ Worte nachdenklich. Wer hingegen ausgrenzt und Trennmauern errichtet, erreicht langfristig genau das Gegenteil. „Die Mitarbeiter müssen sich zu einer Einheit zugehörig fühlen“, münzte der 59-Jährige das Verbindende auf Firmenebene um. Man müsse Mitarbeiter wie eine Schatztruhe sehen und nicht nur Menschen für Jobs sondern vielmehr Jobs für Menschen kreieren.

Ein Langstreckenlauf

Den persönlichen Kontakt und Menschen in die Augen zu schauen nannte der Bischof als weitere wertvolle Faktoren. Das erhöht sowohl die Aufmerksamkeit als auch die Achtsamkeit. „Das Leben als Manager ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf, in dem Fehler erlaubt sind. Denn die Perfektion ist emotionslos.“

Erfolg sollte deshalb auf Langfristigkeit ausgerichtet sein. Er verglich dies mit großen Gotteshäusern, die über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte erbaut wurden. „Die Erbauer der Notre Dame oder des Stephansdom wussten, dass sie die Fertigstellung wahrscheinlich nicht erleben werden. Dennoch haben sie angefangen, die Kirchen zu errichten.“ CRO

V. l.: Christian Ertl (Vorstandsdir. Sparkasse Bludenz), Burkhard Berchtel (Landesdirektor Wiener Städtische), Referent Bischof Benno Elbs, Wolfgang Eichler (Vorstandsdirektor Sparkasse Bludenz).
V. l.: Christian Ertl (Vorstandsdir. Sparkasse Bludenz), Burkhard Berchtel (Landesdirektor Wiener Städtische), Referent Bischof Benno Elbs, Wolfgang Eichler (Vorstandsdirektor Sparkasse Bludenz).
Wiebke Meyer (Stadtmarketing), Arno Sprenger (Marketingleiter).
Wiebke Meyer (Stadtmarketing), Arno Sprenger (Marketingleiter).
Christian Födinger (Sparkasse Bludenz), Martina Ess.
Christian Födinger (Sparkasse Bludenz), Martina Ess.
Markus und Karoline Schaffenrath.
Markus und Karoline Schaffenrath.
Guido Kobiec, Astrid Honold, Thomas Folie (Seelsorgeraum Bludenz).
Guido Kobiec, Astrid Honold, Thomas Folie (Seelsorgeraum Bludenz).
Natalie Wohlesser-Stütz, Musiker Cenk Dogan.
Natalie Wohlesser-Stütz, Musiker Cenk Dogan.