So reagieren Mohren & Co auf Brauerei-Übernahme

Markt / 20.11.2019 • 13:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wollen enger zusammenarbeiten: Mohren-Chef Heinz Huber, Kurt Michelini (Brauerei Frastanz) und Hubert Berkmann (Brauerei Egg). DÜNSER

Schulterschluss der heimischen Konkurrenz: Mohrenbrauerei, Frastanzer und Brauerei Egg bündeln Kräfte.

Dornbirn, Egg, Frastanz Mit der Übernahme der Bludenzer Brauerei Fohrenburg durch die niederländische Heineken-Gruppe falle mit Vorarlberg die letzte Bastion ohne mehrheitliche Beteiligung eines Bier- oder Getränke-Großkonzerns, teilen die drei Wettbewerber der Brauerei Fohrenburg in einer gemeinsamen Aussendung mit. Ein Umstand, den die Eigentümer bzw. Geschäftsführer der drei verbliebenen Vorarlberger Familien- bzw. Genossenschaftsbrauereien – Mohrenbrauerei, Brauerei Frastanz und Brauerei Egg – veranlasse, stärker zusammenzurücken und Kräfte zu bündeln. „Die drei Vorarlberger Brauereien stehen felsenfest für eine Bewahrung der Vorarlberger Bierkultur“, betonen Heinz Huber (Mohrenbrauerei), Kurt Michelini (GF Brauerei Frastanz) und Hubert Berkmann (GF Brauerei Egg) in dem Schreiben an die Medien. In den nächsten Wochen und Monaten werde man daher intensive Gespräche mit dem Ziel, Kooperationsmöglichkeiten zu finden und Synergienutzungen zu ermöglichen, führen.

Übernahme wenig überraschend

Die Globalisierung des Getränkemarktes sei eine große Herausforderung. Die Heineken-Gruppe – zu der die österreichische Brau Union zählt – ein vermeintlich übermächtiger Mitbewerber. Die Übernahme der Mehrheitsanteile der Brauerei Fohrenburg durch Heineken kommt für Huber, Michelini und Berkmann daher wenig überraschend. „Der Großkonzern hält bereits seit beinahe 20 Jahren zehn Prozent der Anteile an der Bludenzer Brauerei. Dass sich die Holländer damit nicht auf Dauer zufriedengeben, war absehbar“, erklärt Huber, der den Familienbetrieb Mohrenbrauerei in sechster Generation führt. „Es bleibt abzuwarten, wie sich die vergleichsweise kleine Brauerei Fohrenburg in den Konzern, zu dem unter anderem auch die österreichischen Biermarken Zipfer, Gösser oder Puntigamer gehören, einfügen wird bzw. wie sich der neue Player am Vorarlberger Biermarkt verhält“, ergänzt Berkmann von der Brauerei Egg, die im Eigentum von drei Familien steht, in der gemeinsamen Aussendung.

Die nunmehrige Übernahme zeige, dass der vor drei Jahren eingeschlagene Weg der Brauerei Frastanz – die genossenschaftliche Öffnung für mittlerweile 1600 Vorarlberger Eigentümerinnen und Eigentümer – goldrichtig war. „Die Eigentümerstruktur unserer Brauerei ist nun so breit, dass die Eigenständigkeit zementiert ist“, so Michelini.

Synergienutzung vorantreiben

Die drei verbliebenen Brauereien mit Vorarlberger Eigentümerschaft eine ein klares Ziel: Qualitativ hochwertiges Bier zu brauen – aus der Region, für die Region. „Wir möchten diese einzigartigen Vorarlberger Strukturen auch in Zukunft erhalten. Das können wir nur gemeinsam. Die Bündelung der Kräfte, dort wo es Sinn macht, wird daher eine wichtige Zukunftsaufgabe werden“, betonen die Eigentümer bzw. Geschäftsführer der Mohrenbrauerei, der Brauerei Frastanz und der Brauerei Egg abschließend in ihrer Presseerklärung.