Baustart am Montag: Ab 2020 bäckt Ölz große Brötchen

Markt / 21.11.2019 • 12:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Betriebserweiterung in Dornbirn soll, so die Firma Ölz, eine der modernsten Bäckereien Europas werden. FA

Baustart für neue Produktion im Dornbirner Wallenmahd am Montag: 27 Millionen-Investition.

Dornbirn Die Großbäckerei Ölz war eines der ersten Unternehmen, die das Unbehagen der Bevölkerung bei großen Ansiedlungen – zumal sie in der Landesgrünzone situiert wären – zu spüren bekam. Im November 2016 wurden die Pläne des Bäckers bekannt, in Weiler auf einer Fläche von 45.000 Quadratmetern im (oder besser am) Gewerbegebiet Buxera einen Betrieb zu errichten. Die ersten Einsprüche ließen nicht lange auf sich warten, sie waren Auslöser für eine große Bürgerbewegung gegen das Projekt, die bis heute aktiv ist und auch auf andere Projekte abstrahlt.

Die Diskussion zeigte Wirkung. Im Mai 2017 kündigte das Unternehmen an, die Pläne in Weiler aufzugeben und eine Lösung in Dornbirn anzustreben. Zumal direkt beim bestehenden Werk im Wallenmahd noch ein unbebautes Grundstück existiert. Die Stadt Dornbirn, die einen ihrer größten Betriebe in der Stadt halten wollte, versprach Unterstützung und hielt das auch ein, wie Firmenchef Bernhard Ölz hervorhebt. Ergebnis: Der Grundstückseigentümer, die Firma F. M. Fussenegger, verkaufte das Grundstück, die Planung konnte beginnen.

Jetzt ist die Planung abgeschlossen. Auch alle notwendigen Verfahren sind erledigt, die Gewerke bestellt. Am Montag fahren die Bagger auf, berichtet Ölz im Gespräch mit den VN. „Die Planung war herausfordernd und intensiv“, aber man habe sich Zeit gelassen, um das beste Ergebnis zu erzielen. Eine der Herausforderungen war, das in Weiler ebenerdig geplante Werk in die Höhe zu bauen. Bei der Planung des dreistöckigen Zubaus wurde auf begleitende Umweltschutzmaßnahmen, ein nachhaltiges Energiekonzept und gute Arbeitsbedingungen Wert gelegt.

Auf dem knapp 1,8 Hektar großen Grundstück entsteht auf 8500 Quadratmetern ein Zubau mit 30.300 Quadratmetern Nutzfläche, 120 neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Auf zwei Stockwerken werden dort neue Bäckereien für die Meisterbäcker-Hits Zopf und Toast entstehen. Für die Entwicklung der Arbeitsplätze wurde sogar ein Physiotherapeut zur Rate gezogen, damit die Zopfer, die bei Ölz die Zöpfe flechten, beste Bedingungen vorfinden. Dafür werde auch in Zukunft auf Handarbeit gesetzt, so Ölz. Im Gebäude selbst, das nahtlos an den bestehenden Betrieb anschließt, was eine besondere Herausforderung bei der Planung war, werden außerdem ein Logistikzentrum mit Hochregal sowie Büro- und Sozialräume entstehen. Zudem sorgt eine Tiefgarage für optimale Platzausnutzung. Vor dem Haus wird auch der Stadtbus halten, ebenso sind acht E-Auto-Ladestationen geplant.

Gemeinsam mit dem Energieberatungsunternehmen Sattler und dem Energieinstitut wurde das Energiekonzept ausgearbeitet, das die Abwärme aus den Backöfen nutzt, eine große Fotovoltaik-Anlage vorsieht und eine Dachbegrünung. So alles wie geplant abläuft, soll das Werk im Frühjahr 2022 in Betrieb gehen und damit die Expansion des Backunternehmens möglich machen. Auf die Baugeschichte schaut Bernhard Ölz ohne Groll zurück. „Schwierige Situationen eröffnen auch immer große Chancen. Ich glaube, dass wir jetzt das Gebäude und die Produktion noch besser geplant haben.“

Ölz Bäckerei

Standort Dornbirn Wallenmahd

Grundstücksfläche 1,8 Hektar

Überbaute Fläche 8500 Quadratmeter

Nutzfläche 30.300 Quadratmeter

Baukosten 27 Millionen Euro

Neue Arbeitsplätze 120