Führungsstil wirkt sich auf Betriebsklima aus

Markt / 21.11.2019 • 19:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Stress und teilweise auch hohe körperliche Belastungen im Zusammenspiel mit dem Führungsstil misshagen den Mitarbeitern in der Gastronomie.APA
Stress und teilweise auch hohe körperliche Belastungen im Zusammenspiel mit dem Führungsstil misshagen den Mitarbeitern in der Gastronomie.APA

Gewerkschaft sorgt sich um Gesundheit von Bediensteten in Hotellerie und Gastronomie.

Dornbirn Die Gewerkschaft stellt eine zunehmende Unzufriedenheit unter den Angestellten in Hotellerie und Gastronomie fest. Als Gründe werden mangelhafte Führungsqualitäten und zunehmende Belastung angeführt. Für die Gewerkschaft höchste Zeit, Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu verlangen.

Der neue ÖGB-Landesvorsitzender Reinhard Stemmer verweist auf eine repräsentative Befragung zum Arbeitsklima in Tourismusbetrieben des Landes, die vor allem eines an den Tag brachte: Nach einem Zwischenhoch 2017 ist die Jobzufriedenheit zum zweiten Mal in Folge gesunken, 2019 sogar drastisch. „Als Hauptgrund wird von den Beschäftigten der Führungsstil ihrer Arbeitgeber angegeben“, so Stemmer. „32 Prozent der Gastronomie- und Tourismusangestellten wollen ihren Job wechseln“.

Druck durch Personalmangel

Personalmangel erhöht auch den Druck auf die Angestellten, weil diese mehr arbeiten müssen, um Lücken zu schließen, so der ÖGB-Boss: „Während die heimischen Tourismusbetriebe über ständig neue Rekordzahlen jubeln, steigen die Belastungen für die Beschäftigten.“ Bedenklich sei, dass sich 23 von 57 kürzlich kontrollierten Betrieben nicht an das Arbeitszeitgesetz gehalten haben. Tagesarbeitszeiten von bis zu 16 Stunden und eine Wochenarbeitszeit von bis zu 90 Stunden wurden festgestellt. Die Folgen seien gesundheitliche Probleme vieler Bediensteten, die eigentlich überall die Alarmglocken schrillen lassen müssten, wundert sich Stemmer, dass manche einfach die Augen verschließen. Er ruft deshalb die Betreiber vieler Vorarlberger Vorzeigebetriebe mit gutem Arbeitsklima auf, vor den Vorhang zu treten, um die schwarzen Schafe der Branche zum Umdenken zu bewegen.

ÖGB-Landesgeschäftsführerin Manuela Auer ist überzeugt, dass ein fairer Umgang mit Menschen auch im Sinne eines guten Miteinanders möglich sein muss: „Ich fordere die Unternehmer auf, in ihre Führungskräfte zu investieren.“ Das würde sich auch auf die Qualität der innerbetrieblichen Lehrausbildung auswirken.

Um den Tourismus wieder zum Magnet für Beschäftigte zu machen, fordert die Gewerkschaft die zukünftige Regierung auf, eine Reihe von Maßnahmen zu setzen, angefangen von einem besseren Arbeitszeitgesetz über verlängerte Ruhezeiten bis zur Einrichtung einer Tourismuskasse, um Urlaubsansprüche zu wahren. Nicht zuletzt müsse, so Stemmer, das Personal beim Arbeitsinspektorat aufgestockt werden: „Es braucht mehr Kontrollen, aber auch höhere Strafen.“ HA