Auch 2020 könnte ein gutes Aktienjahr werden

Markt / 08.12.2019 • 23:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Nullzinsumfelds führt laut Experten kein Weg an risikoreicheren Anlageklassen wie Aktien vorbei.  AP

Experten erwarten anhaltendes Niedrigzinsumfeld und eine diplomatischere US-Politik.

Schwarzach Das Aktienjahr 2019 neigt sich dem Ende zu. Sollte kein gravierendes, unvorhergesehenes Ereignis mehr passieren, dürfte es in der Gesamtbetrachtung ein sehr Positives werden. Die führenden Indizes wie Dow Jones oder DAX konnten zweistellig zulegen. Wie es im kommenden Jahr 2020 weitergeht? Vieles hängt dabei von der Konjunktur und von unplanbaren Risiken wie dem Handelsstreit zwischen den USA und China ab. Das Wirtschaftswachstum wird global zwar schwach eingeschätzt. Erwartet wird aber zumindest eine Stabilisierung auf niedrigerem Niveau. Auch die Rezessionsängste scheinen erst einmal gebannt zu sein. In den USA aufgrund niedriger Arbeitslosigkeit und solider Wirtschaftsdaten und auch der Euroraum ist Volkswirten zufolge an einer Rezession vorbeigerutscht. Zudem werden die Zinsen aus absehbare Zeit tief bleiben.

Klare Geschäftsmodelle

„Im Negativ-/Null-Zinsumfeld führt kein Weg an risikoreicheren Assets wie Aktien vorbei“, sagt Fritz Mostböck von der Erste Group und empfiehlt dabei vor allem Unternehmen mit klaren, sichtbaren Geschäftsmodellen. Auch dem ATX trauen die Erste-Group-Analysten kommendes Jahr viel zu. Der langfristige Abwärtstrend sei nun gebrochen und der österreichische Leitindex biete aufgrund seiner Bewertung deutliches Aufholpotenzial gegenüber anderen Indizes. Bis Ende 2020 könnte er um 10 Prozent auf 3500 Punkte klettern.Auch bei Union Investment, einer der größten Fondsgesellschaften Deutschlands, stuft man das Kapitalmarktumfeld als aussichtsreich ein. „Aktien sind attraktiv, weil sie über Dividenden höhere laufende Erträge als andere Assetklassen generieren“, sagt Vorstand Jens Wilhelm. Er erwartet zwar ein langsameres Wachstum als in den Vorjahren, rechnet aber nicht mit einer Rezession.

Klare Geschäftsmodelle

Im Hinblick auf die bevorstehenden US-Wahlen im November sind Experten sicher, dass US-Präsident Donald Trump alles für eine starke Wirtschaft und einen steigenden Aktienmarkt tun werde. So werde er den Handelskrieg nicht weiter eskalieren lassen. Auch Jan Wilhelm sieht eine diplomatischere Politik. „US-Präsident Trump kann sich weitere konjunkturelle Bremsspuren nicht leisten.“ Zudem sei auch China auf ein günstiges außenwirtschaftliches Klima angewiesen, weil die Wachstumsraten zuletzt hinter den Erwartungen zurückblieben. „Eine Eskalation im Handelsstreit ist damit fürs erste vom Tisch“, sagt Wilhelm. Die Zinsen in den USA, so Fritz Mostböck, sollten 2020 unverändert bleiben. Die erste Zinsanhebung durch die Europäische Zentralbank bei den kurzfristigen Einlagen der Geschäftsbanken sieht er „frühestens im ersten Quartal 2022“.