So viel investieren Vorarlberger Seilbahner in die Beschneiung

Markt / 11.12.2019 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch wenn der Schnee von oben kommt: Seilbahn-Sprecher Hannes Jochum, Hotelier und Skiliftbetreiber Norbert Steurer und Vorarlberg-Tourismus-GF Christian Schützinger betonen, dass ohne Beschneiung nichts geht. SAMS/WKV

Technische Schneeerzeugung soll die Wintersaison im Land absichern, nicht verlängern.

Riefensberg So wie sich der Winter am Dienstag am Hochhäderich präsentierte, so wünschen ihn sich Urlauber wie Touristiker. Naturschnee rundum, selbst die Straße zum Almhotel Hochhäderich der Familie Steurer ist schneebedeckt. Doch gerade im Dezember ist das oft mehr Hoffnung denn Realität. Deshalb brauche es technische Schneeerzeugung, wirbt Hannes Jochum, Obmann der Seilbahn-Firmen in der Wirtschaftskammer Vorarlberg, für die Schneekanonen. „Wir wollen die Saison nicht verlängern, wir wollen sie absichern“, präzisiert er und schildert, wie wichtig Schnee für die gesamte Tourismuswirtschaft des Landes ist. In den vergangenen drei Jahren investierten die Seilbahner deshalb 40 Millionen Euro in die Beschneiung.

Denn die Formel ist einfach, die Hochhäderich-Hotelier und Skiliftbetreiber Norbert Steurer aus zwei Perspektiven kennt: „Kein Schnee, kein Gast.“ Immerhin 64 Prozent des Jahresumsatzes macht die Vorarlberger Tourismuswirtschaft nach wie vor im Winter, unterstreicht auch Vorarlberg- Tourismus-Chef Christian Schützinger die Notwendigkeit der technischen Beschneiung. Derzeit sind 1920 Kanonen in den Vorarlberger Skigebieten im Einsatz. Diese Zahl werde sich nicht mehr grob verändern, sagt Jochum. Es gehe eher darum, alte Schneekanonen gegen neue auszutauschen, die effizienter sind. Was es dennoch brauchen werde, seien „der eine oder andere Speicherteich“, so Jochum, der um die Sensibilität des Themas weiß und deshalb auch hervorhebt, dass man bemüht sei, die Schneeerzeugung nicht nur ohne künstliche Hilfsmittel zu bewerkstelligen – „Wir haben ein Reinheitsgebot. Nur Wasser, Luft und Strom werden dafür verwendet“ -, sondern auch bei der Positionierung und beim Anlegen von Speicherteichen, ohne die es in manchen Skigebieten nicht gehe, werde auf Landschaft und Natur größte Rücksicht genommen.

Am Hochhäderich sind 25 Schneekanonen im Einsatz, mehr kommen nicht dazu, allerdings werden auch am Hochhäderich ältere Geräte durch neue ersetzt, die pro Kubikmeter Schnee ein bis drei Kilowattstunden benötigen – so viel wie eine Waschmaschine pro Waschgang verbraucht, die Energie sei zu 90 Prozent erneuerbar.