65,5-Millionen-Kartellstrafe für voestalpine

Markt / 12.12.2019 • 19:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
voestalpine ist wegen illegaler Preisabsprachen ins Visier geraten. reuters
voestalpine ist wegen illegaler Preisabsprachen ins Visier geraten. reuters

Deutsches Bundeskartellamt verdonnert Stahlfirmen wegen Preisabsprachen zu 646 Millionen.

Bonn Das deutsche Bundeskartellamt hat vier Stahlfirmen wegen jahrelanger illegaler Preisabsprachen zu einer Strafe von insgesamt 646 Mill. Euro verdonnert. 65,5 Mill. Euro davon entfallen auf den oberösterreichischen Stahlkonzern voestalpine. Die voestalpine bestätigte, dass sie „in das dargelegte Verfahren involviert gewesen ist“. Man habe einem Vergleich mit den deutschen Kartellwächtern mit einem Bußgeld in Höhe von 65,5 Mill. Euro zugestimmt. Teil des „Quartoblechkartells“ waren neben der voestalpine die Dillinger Hüttenwerke, Ilsenburger Grobblech und thyssenkrupp Steel Europe.

In der Vergangenheit

Die Ermittlungen des deutschen Kartellamts seien der voestalpine im September 2017 infolge einer Hausdurchsuchung bekannt geworden. Der Konzern hat die Ermittlungen des Bundeskartellamtes laut Eigenangaben „von Beginn an unterstützt und vollinhaltlich kooperiert“. Die Ursprünge der Geschehnisse lägen in der länger zurückliegenden Vergangenheit und hätten bestimmte Aufpreise sowie Legierungs- und Schrottzuschläge für den deutschlandweiten Vertrieb von gewissen Produktgruppen von Quartoblechen, also Grobblechen, die nicht als Warmband hergestellt werden, betroffen.

Diese Aufpreise und Zuschläge hätten „traditionell gemeinsam mit einem stets kundenindividuell verhandelten Basispreis“ einen Angebotspreis ergeben. „Bei voestalpine Grobblech kamen die betroffenen Aufpreise und Zuschläge aufgrund einer Umstellung in der Preissystematik bereits seit vielen Jahren nicht mehr zur Anwendung“, so der Konzern in der Stellungnahme. Zudem seien von der voestalpine für Grobblech nie Schrottzuschläge und nur in wenigen Einzelfällen Legierungszuschläge angeboten worden. Das „einheitliche Aufpreissystem“ habe in der Vergangenheit „oftmals dem Wunsch der Kunden“ entsprochen.

„Ehemalige sowie die aktuellen Mitglieder des Vorstandes der voestalpine AG waren in diesen Sachverhalten weder involviert, noch hatten sie darüber Kenntnis“, betonte man seitens des Unternehmens.