Erfolgreiches Experiment

Markt / 12.12.2019 • 19:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vöslauer-Geschäftsführerin Birgit Aichinger ist mit dem Geschäft in Vorarlberg sehr zufrieden. VN/Lerch
Vöslauer-Geschäftsführerin Birgit Aichinger ist mit dem Geschäft in Vorarlberg sehr zufrieden. VN/Lerch

Vöslauer setzt seit Jahren auf Nachhaltigkeit und erlebt gerade ein undigitales Phänomen.

Schwarzach Vöslauer Mineralwasser hat bereits 2014, also lange vor der großen Klimadiskussion, ein Experiment gestartet. Damals wurde die 1-Liter-Glasmehrwegflasche wieder eingeführt. „Wir haben gesagt, die Zeit ist reif für Glas und wir probieren das. Mittlerweile hat sie sich sehr gut entwickelt“, sagt Vöslauer-Geschäftsführerin Birgit Aichinger im VN-Gespräch.

Die Glasmehrwegflasche gibt es in einer 8×1-l-Splitkiste. „Denn eine 12×1-l-Kiste trägt heute niemand mehr freiwillig. Auch in der Stadt muss man eine Kiste mit Würde tragen können. Wir versuchen Dinge zu machen, die im Alltag auch praktisch sind“, sagt die Geschäftsführerin.

Der Handel habe zunächst zwar skeptisch reagiert, aber der Zuspruch der Kunden sei langsam, aber stetig angewachsen. „Im vergangenen Jahr hatten wir ein Wachstum von 25 Prozent, heuer von 30 Prozent“, sagt Aichinger. Das neue Experiment ist die 0,5-Liter-Glasflasche. „Experimente sind teuer. Noch ist es keiner gewohnt, aber den Versuch ist es wert. Die Resonanz ist bislang gut.“

Auch mit recyceltem PET (rePET) beschäftigt sich Vöslauer seit vielen Jahren. Bis spätestens 2025 sollen alle PET-Flaschen aus 100 % Recycling-Material hergestellt werden. „Dinge im Kreislauf zu halten ,trifft den Zeitgeist. Wir beschäftigen uns seit 15 Jahren damit, ohne groß darüber geredet zu haben“, so Aichinger. Beim PET-Material werde man das Ziel bereits im März kommenden Jahres erreichen. Aber man brauche auch Lösungen für Verschlüsse, Folien oder Tragegriffe. Hier seien alle gefordert „Dadurch, dass der Druck größer wird, gibt es aber auch immer mehr kreative Lösungen.“

Bei den Themen Recycling und Verpackung würden die Konsumenten immer sensibler reagieren. Aber dass man als Premiumhersteller umweltfreundlich agiere, werde heute als selbstverständlich angenommen. Generell würden Unternehmen heute mehr in die Verantwortung genommen, ist Aichinger überzeugt. „Die Trends gehen hin zu weniger Zucker und weniger Kalorien. Bewusst auf sich zu schauen, ist eine Werteeinstellung geworden. Das Bewusstsein darüber, was man isst und trinkt, nimmt zu. Deshalb erleben wir trotz zunehmender Digitalisierung gerade ein sehr undigitales Phänomen: Die Nachfrage nach Betriebsführungen bei uns nimmt zu. Die Menschen wollen wissen, wie produziert wird“, erklärt die Vöslauer-Chefin.

Vöslauers Marktanteil bei Mineralwasser liegt im österreichischen Handel heute bei über 40 Prozent. Damit ist das Unternehmen Marktführer. In der Gastronomie gebe es keine detaillierten Zahlen. „Aber vermutlich sind wir es auch hier“, sagt Aichinger.

Umsatzsteigerung

Mit den Zahlen ist die Managerin jedenfalls sehr zufrieden. 2018 wurde ein Jahresumsatz von 102,96 Millionen Euro erzielt. Für 2019 schaue es ebenfalls sehr erfreulich aus. Man liege besser als im Jahr zuvor. Auch in Vorarlberg laufe es sehr gut. „Hier sind wir sehr gut vertreten.“ VN-reh