Solides Fundament für den Bau

Markt / 13.12.2019 • 22:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auf den Baustellen im Land gibt es wegen des hohen Auftragsbestandes keine Winterpause.  WKV
Auf den Baustellen im Land gibt es wegen des hohen Auftragsbestandes keine Winterpause.  WKV

Auftragsbestand bis in den Frühsommer 2020. Mitarbeiter gesucht.

Hohenems Bauwillige Vorarlberger können ein Lied davon singen. Nicht nur dass die Preise für Immobilien im Land höher sind als im Rest Österreichs, es braucht auch Geduld, wenn man baut. Denn die Auftragsbücher der Voralberger Bauwirtschaft sind bis zum Rand gefüllt, wie die heurige Blitzumfrage der Baubranche zeigt. 75 Prozent der Betriebe beteiligten sich an der Umfrage, damit sei das Ergebnis mehr als repräsentativ, stellt Innungsmeister Peter Keckeis bei der Präsentation der Zahlen fest. Die Firmen haben für die nächsten 19,5 Wochen Aufträge, dreieinhalb Wochen länger als die Kollegen in den anderen Bundesländern.

Herausforderungen

Die gute Auftragslage ist ein Grund zur Freude, aber sie stellt die Bauunternehmer auch vor Herausforderungen: Etwa bei der Rekrutierung von Mitarbeitern, bei der Rohstoffbeschaffung und Bauschuttverbringung. In Tiefbau und im öffentlichen Hochbau gehen die Aufträge leicht zurück. Allerdings vernahmen die Vertreter der Innung auch, dass das Land Vorarlberg einige große Vorhaben im kommenden Jahr starten wolle. „Wir teilen die Meinung des Landeshauptmanns, dass Investitionen in die Infrastruktur wichtig sind“, so Innungsmeister-Stv. Alexander Stroppa.

Besonders gut wird von den Bauunternehmen die Auftragslage im Wohnbau und bei Sanierungen bewertet. „Bei den Sanierungen erwarten wir ein Plus von neun Prozent, im Wohnbau über zehn Prozent“, so Johannes Wilhelm, Wohnbausprecher und stv. Innungsmeister. Leistbarkeit des Wohnens habe für die Bauwirtschaft höchste Priorität, sei aber nur erreichbar, wenn man an mehreren Schrauben drehe. So müsse die Baunutzungszahl dringend erhöht werden, auch die gesetzlichen Abgaben vertragen eine Reduzierung. Und zurückkommend aufs Material: Die Kosten für importierten Kies müsse man an die Konsumenten weiterreichen; auch die Verbringung von Bauschutt, weil es in Vorarlberg keine Deponien mehr gibt, gehe ins Geld.

Förderung anpassen

Der Fachgruppenobmann der Immobilientreuhänder, Günther Ammann, sieht am Grundstücksmarkt zumindest eine leichte Beruhigung, es gebe wieder vermehrt Grundstücke am Markt, freilich nach wie vor auf hohem Niveau. Damit die Vorarlberger Wohnungseigentum schaffen können, fordert er eine Anpassung der Förderung an die Realität, sprich: eine Erhöhung des Grenzwertes, der derzeit bei 2775 Euro pro Quadratmeter Baukosten und damit deutlich zu nieder liege. Von einer Holzbauquote, wie von den Zimmerer gefordert, halten alle vier Branchenvertreter übrigens nichts. VN-sca

„Sehen uns gezwungen, den Aushub ins Ausland zu bringen – zu entsprechenden Kosten.“

Bau Blitzumfrage 2019

Aktuelle Auftragssituation im Vergleich zum Dezember 2018 9,35% (Vorjahr +7,40%)

Auftragssituation erstes Halbjahr 2020 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019: +10,32% (Vorjahr +6,60%)

» Wohnbau: +10,32% (Vorjahr +4,20%)

» Industrie- und Gewerbebau: +0,32% (Vorjahr +4,0%)

» Öffentlicher Hochbau: -0,81% (Vorjahr +2,80%)

» Öffentlicher Tiefbau: -1,94% (Vorjahr -1,20%)

» Sanierung: +9,52% (+2,60%)

Mittelfristige Personalplanung +6,45%; Lehrlinge: +12,10%

Personalstand 2019 4000 Mitarbeitende, ca. 200 Lehrlinge