Wolford-Laufmasche nur schwer zu stoppen

Markt / 13.12.2019 • 19:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Wolford-Hauptquartier in Bregenz wird derzeit an einer Strategie gearbeitet, die dem Unternehmen das Überleben sichern soll.Fa
Im Wolford-Hauptquartier in Bregenz wird derzeit an einer Strategie gearbeitet, die dem Unternehmen das Überleben sichern soll.Fa

Wolford rutscht noch tiefer in die roten Zahlen. Minus 9,4 Mill. Euro.

Bregenz Fosun International Limited ist das größte in Privatbesitz befindliche Unternehmenskonglomerat in China. Das 1992 in Schanghai gegründete Unternehmen macht heute einen Umsatz von knapp neun Milliarden Euro mit Finanz- und Industriebeteiligungen und insgesamt auch gutes Geld. Nicht so einfach ist das in der Fosun Fashion Group, und noch  ein Stück schwieriger ist es beim Bregenzer Strumpf- und Wäschehersteller Wolford, der am Freitag die Halbjahreszahlen veröffentlicht hat. Die beiden bisherigen Vorstände Brigitte Kurz und Axel Dreher leiteten zwar viel der Maßnahmen ein, die nun zur Sanierung beitragen sollen, aber das reicht bei Weitem nicht, um das angeschlagene Unternehmen profitabel zu machen.

Strukturwandel

Nun ist es am neuen Führungsduo Silvia Azzali und Andrew Thorndike, die Lage nicht nur genau zu analysieren, sondern einen Masterplan für Wolford mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen zu entwickeln. Ziel sei eine nachhaltige Neuaufstellung von Wolford als profitables Unternehmen mit starken Sortimenten und einer klaren Kundenausrichtung. Dabei gilt es auch, „die Kosten an die Umsatzentwicklung anzupassen“, heißt es in der Adhoc-Nachricht der Aktiengesellschaft. Die Maßnahmen müssen rasch greifen, will man die Arbeitsplätze erhalten und nicht weiter Geld verbrennen: Das Unternehmen, das 1282 Mitarbeiter beschäftigt, hat in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2019/20 (Mai 2019 bis April 2020) einen Umsatz von 60,49 Mill. Euro erwirtschaftet, drei Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres (62,37 Mill. Euro). Wolford leide wie der stationäre Modeeinzelhandel weltweit unter einem tiefgreifenden Strukturwandel und einer sinkenden Kundenfrequenz in den westeuropäischen Modemärkten, erklärt dazu das Unternehmen.

Vor allem infolge der rückläufigen Umsatzerlöse betrug das operative Ergebnis (EBIT) in den ersten sechs Monaten minus 9,38 Mill. Euro nach einem Verlust von 5,92 Millionen im Vorjahr. Das Ergebnis nach Steuern beläuft sich auf ein Minus von 11,86 Millionen Euro. Damit die Laufmasche gestoppt werden kann, hat das Management entlang der Wertschöpfungskette u.a. im Bereich Beschaffung Einsparungspotenziale identifiziert: So hat Wolford in den letzten Wochen die Einkaufsprozesse zentralisiert und konkrete Kostensenkungsmaßnahmen ausgearbeitet, die auch bereits in Umsetzung sind. Auch die Boutiquen stehen wieder auf dem Prüfstand, im Onlinehandel habe man wichtige Akzente gesetzt, die allerdings schnell greifen sollen. Denn eines ist sicher: Auf Dauer werden die Aktionäre der Verluste überdrüssig. VN-sca

Wolford Zahlen 1.HJ

Umsatz 60,49 Mill. Euro (-3%)      

EBIT  -9,38  Mill. Euro   

Ergebnis vor  Steuern    -12,03 Mill. Euro

Investitionen    0,93 Mill. Euro       

Mitarbeiter       1282 

Nettoverschuldung 33,5 Mill. Euro

Eigenkapitalquote 18 Prozent