1,1 Prozent Wachstum: Vorarlberg spürt die Konjunkturschwäche

Markt / 17.12.2019 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die schwächelnde Konjunktur spüren vor allem exportlastige Betriebe. VN/PAULITSCH

Wachstumsdynamik geht heuer deutlich zurück.

Bislang war es stets so: Jene Bundesländer mit dem höchsten Industrieanteil standen beim Wirtschaftswachstum meist an vorderster Stelle. Das hat sich nun geändert. Nicht nur, dass sich die Wachstumsdynamik in allen Bundesländern allgemein einbremste, verzeichneten heuer vor allem dienstleistungsorientierte Regionen ein überdurchschnittliches Wachstum. Der Wachstumsbeitrag des produzierenden Bereiches war heuer teilweise deutlich schwächer als im Vorjahr. Das zeigt die aktuelle Bundesländeranalyse der UniCredit Bank Austria.

„Während im Vorjahr die Bundesländer mit hohem Industrieanteil im Vorteil waren, war heuer das Wachstum der einzelnen Wirtschaftssektoren ausgeglichener, allerdings auf niedrigerem Niveau“, sagt Chefökonom Stefan Bruckbauer und ergänzt, „deshalb waren heuer die regionalen Wachstumsunterschiede nicht mehr so hoch wie im Vorjahr.“

Aufgrund der Schwäche der globalen Konjunktur, insbesondere beim wichtigsten Handelspartner Deutschland, rechnet er mit einer Abschwächung des Wirtschaftswachstums 2019 in Österreich auf 1,5 Prozent nach 2,4 Prozent im Vorjahr.

Als einziges Bundesland kann die Steiermark mit einem Anstieg des realen Regionalprodukts von 2,4 Prozent ein Wachstum von über zwei Prozent vorweisen, was im Vorjahr noch sieben Bundesländer erreichten. Hier war es der Anstieg der abgesetzten Produktion im Maschinenbau und in der Fahrzeugindustrie, wovon das Bundesland profitieren konnte.

Dahinter folgen die dienstleistungsorientierten Regionen Salzburg und Wien mit einem Anstieg von 1,8 Prozent bzw. 1,6 Prozent. Das Wachstum von Tirol lag mit 1,5 Prozent im Österreichschnitt, während Niederösterreich mit 1,3 Prozent leicht unterdurchschnittlich wuchs. Es folgen der Wachstumskaiser des Vorjahrs Kärnten sowie mit jeweils 1,1 Prozent Vorarlberg und Oberösterreich, die von der Konjunktur- und Exportschwäche in der Industrie am stärksten betroffen waren. Das Schlusslicht dürfte das Burgenland mit einem Anstieg des Regionalprodukts von 1,0 Prozent gewesen sein.

Die globale Konjunktureintrübung wirkt sich vor allem auf den Export aus. „Sie führte bei den Warenexporten zu einer Halbierung des Wachstums von fast 6 Prozent im Vorjahr auf etwa 3 Prozent heuer auf 154,5 Milliarden Euro“, sagt Ökonom Robert Schwarz. Einen kräftigen Exportrückgang gab es bei Eisen und Stahl und bei den elektrotechnischen Waren. Demgegenüber standen starke Exportzuwächse bei den Waren der Pharma- und KFZ-Industrie.

Im Dienstleistungssektor trugen freiberufliche und technische Dienstleistungen, das Transport- und Lagerwesen und das Immobilienwesen am meisten zum Wirtschaftswachstum bei.