Wahlausgang in Großbritannien schafft Klarheit

Markt / 20.12.2019 • 20:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Dornbirn Die Wahl in Großbritannien endete mit einem deutlichen Sieg des amtierenden Premiers Boris Johnson. Seine Tories konnten die absolute Mandatsmehrheit im britischen Unterhaus erringen. Damit ist der Weg frei für den von ihm angestrebten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit). Auf den ersten Blick mag man sich als Europäer gewundert haben, weshalb die Börse und das britische Pfund positiv auf den Wahlausgang reagierten. Ist doch keinesfalls klar, wie die die britische Wirtschaft den Austritt verkraften wird?

So gut wie sicher

So paradox es klingen mag: Die Wahl schafft politische Klarheit! Der lähmende Konflikt zwischen der Regierung, die für den Austritt aus der EU eingetreten war, und dem Parlament, das sich in vielen Abstimmungen quergelegt hatte, ist damit entschieden: Der Brexit Ende Jänner 2020 ist so gut wie sicher. Der Austrittsvertrag ist ausverhandelt. Der Austrittsprozess ist allerdings Ende Jänner noch (lange) nicht zu Ende. Auf der negativen Seite bleibt das Risiko eines ungeordneten („harten“) Brexit nach dem Auslaufen der Übergangsperiode (Ende 2020), wenn kein Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich zustande kommt. Die Frist kann maximal zwei Jahre (bis Ende 2022) verlängert werden.

Wichtige Voraussetzung

Die chaotischen Zustände im Vereinigten Königreich vor der Wahl waren einer der Gründe für die eingetrübte Unternehmensstimmung in vielen Ländern. Gemeinsam mit der nun gestiegenen Aussicht für ein Handelsabkommen zwischen den USA und China sind zwei wichtige Voraussetzungen für eine milde Erholung des Wirtschaftswachstums sowohl in Europa als auch auf globaler Ebene erfüllt. Die Renditen von Staatsanleihen steigen ebenso wie die Aktienkurse und das Britische Pfund gegenüber dem US-Dollar und dem Euro seit einigen Monaten. Der Wahlsieg der Tories wird diese Entwicklung verstärken, sind die Experten der Erste Asset Management überzeugt.

ines.frei@dornbirn.sparkasse.at, Ines Frei, Veranlagungsspezialistin Sparkasse, www.erste-am.at