Gold hat im kommenden Jahr Potenzial für mehr

Markt / 27.12.2019 • 22:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Experten halten 2020 Wertsteigerung bei Edelmetall dank anhaltender Niedrigzinsen für realistisch.

schwarzach Gold gilt für viele Anleger als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten. Beim Preis gab es in den vergangenen Jahren allerdings nicht immer Grund zur Freude. Heuer kam dann aber wieder etwas Schwung in die Sache. Der Goldpreis begann im Laufe des Jahres zu steigen und erreichte im September bei 1557 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) den höchsten Stand seit 2013.

Gestern Freitag wiederum stieg er auf den höchsten Stand seit fast zwei Monaten. In der Früh wurde das Edelmetall an der Börse in London zeitweise für 1514,09 Dollar (1366,51 Euro) je Feinunze gehandelt. Nach Einschätzung von Experten hat die jüngste Dollar-Schwäche dem Goldpreis zuletzt Auftrieb verliehen. Weil nämlich Gold auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird, macht eine schwächere US-Währung das Edelmetall in Ländern außerhalb des Dollarraums günstiger und steigert so die Nachfrage.

Insgesamt wird der Goldpreis aber vor allem durch die extrem lockere Geldpolitik der großen Notenbanken und die damit verbundenen Niedrigzinsen befeuert. Dass die Wiederbelebung der Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) im September bei vielen Anlegern die Hoffnung auf eine absehbare Zinswende schlagartig zunichtegemacht hat, tut hier ihr Übriges hinzu.

Deshalb sehen Experten bei Gold auch für 2020 das Potenzial für eine weitere Wertsteigerung. Für Thorsten Polleit, Chefvolkswirt bei Degussa Goldhandel, ist die extrem lockere Geldpolitik führender Notenbanken der stärkste Preistreiber. Er hält heuer einen Preis „bei ungefähr 1700 Dollar oder höher“ für realistisch.

Als wichtiger Preistreiber gelten auch jene Zentralbanken, die im großen Stil Gold auf dem freien Markt kaufen, um ihre Reserven unabhängiger vom US-Dollar zu machen. Nach Angaben des Branchenverbands World Gold Council (WGC) summierten sich die Nettokäufe der Notenbanken in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres auf 547,5 Tonnen. Im Jahresvergleich ist das ein Anstieg um zwölf Prozent. Als größter Goldkäufer in diesem Jahr gilt die russische Zentralbank, gefolgt von der Notenbank in China. Die mit Abstand größten Goldreserven der Welt lagern jedoch in den Tresoren der US-Notenbank Fed, gefolgt von den Beständen der Deutschen Bundesbank.

Risiken bleiben

Die Goldnachfrage richtet sich auch immer nach den geopolitischen Lage. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie das Brexit-Drama haben die Nachfrage nach Gold im Sommer nach oben getrieben. Nun scheint die Gefahr eines ungeregelten Brexits gebannt und bei den Handelsgesprächen gibt es zumindest Hoffnung. Risiken bleiben aber bestehen. VN-reh