Überraschende Flucht aus Japan Ex-Autoboss Ghosn im Libanon

Markt / 01.01.2020 • 20:01 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Paris Der in Japan auf Kaution freigelassene frühere Autoboss Carlos Ghosn ist völlig überraschend in den Libanon geflüchtet. Er sei „nicht länger eine Geisel des manipulierten japanischen Justizsystems“, erklärte der frühere Konzernchef von Renault in einer Stellungnahme. Japans Justiz habe ihm grundlegende Rechte verwehrt, das Prinzip der Unschuldsvermutung ignoriert und gegen internationale Abkommen verstoßen. „Ich bin dem Unrecht und politischer Verfolgung entkommen.“ Am 19. November 2018 war Ghosn in Tokio wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Ghosn, der neben der französischen und brasilianischen auch die libanesische Staatsangehörigkeit hat und ein Luxusanwesen in Beirut besitzt, war im April auf Kaution aus der Untersuchungshaft in Japan entlassen worden – unter strengen Auflagen, um zu verhindern, dass er flieht oder Beweismaterial vertuscht. Unter anderem wurde ihm verboten, das Land zu verlassen. Diese Auflagen wurden nie aufgehoben, wie das zuständige Bezirksgericht in Tokio klarstellte.

Japans Regierung ist auf Hilfe der libanesischen Behörden angewiesen, da kein Auslieferungsabkommen mit dem Libanon bestehe.