Handwerk noch golden – doch für die Zukunft sehen viele Firmen schwarz

Markt / 03.01.2020 • 22:16 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Momentan schätzen Handwerksbetriebe die Lage noch gut ein, doch übers Jahr rechnen sie mit schwächerer Nachfrage. Reuters
Momentan schätzen Handwerksbetriebe die Lage noch gut ein, doch übers Jahr rechnen sie mit schwächerer Nachfrage. Reuters

Stimmung in gewerblicher Wirtschaft trübt sich ein.

Wien Die Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft hat sich gegenüber dem Frühjahr 2019 eingetrübt. Die mehr als 4200 befragten Firmen schätzten ihre Geschäftsaussichten im Oktober deutlich weniger optimistisch ein, und auch die Zukunftserwartungen sind gedämpft. Besonders schwer wiegen die internationalen Risiken: Handelsbarrieren und Protektionismus sowie die schwache Wirtschaft in Europa und Deutschland. Das zeigt das am Freitag veröffentlichte Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer, bei dem auch zahlreiche Vorarlberger Betriebe ihre Einschätzung der Auftragslage deponierten.

Hemmschuh Fachkräftemangel

Insbesondere bei den Umsätzen, Auftragslagen, den Beschäftigtenzahlen und Investitionserwartungen zeigt das halbjährlich von der Sparte Gewerbe und Handwerk durchgeführte Wirtschaftsbarometer nach unten. Zwei Drittel der befragten Unternehmen nannten den Fachkräftemangel als größten Hemmschuh im Inland. Hohe Arbeitskosten, die schwächere Inlandsnachfrage und die Sorge, dass sich die Standortbedingungen in Österreich verschlechtern werden, sehen die Firmen als weitere nationale Risiken, so Christoph Schneider, Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik der WKÖ.

Weniger Investitionen

Nur noch 15 Prozent der Unternehmen rechnen in den nächsten fünf Jahren mit stabilen Standortbedingungen. Bei der letzten Befragung im Frühjahr waren es noch 30 Prozent. Besonders bei KMU fällt der Blick in die Zukunft nicht so positiv aus. Dennoch gaben 40 Prozent der Firmen die Note „Sehr gut“ oder „Gut“ für die aktuellen Standortbedingungen. 44 Prozent schätzten sie als „Befriedigend“ ein. Erstmals seit Herbst 2016 liegen die Investitionsabsichten im negativen Bereich. 6 von 10 Unternehmen wollen das Investitionsvolumen beibehalten, nur mehr ein Fünftel plant höhere Investitionen.