Jobmotor in Vorarlberg stottert

Markt / 03.01.2020 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In den vergangenen Jahren suchten immer weniger Menschen das AMS auf. Die positive Entwicklung ist derzeit gestoppt, die Zahl der Arbeitsplatzsuchenden in Vorarlberg wächst. <span class="copyright">APA</span>
In den vergangenen Jahren suchten immer weniger Menschen das AMS auf. Die positive Entwicklung ist derzeit gestoppt, die Zahl der Arbeitsplatzsuchenden in Vorarlberg wächst. APA

11.961 Menschen im Land ohne Arbeitsplatz oder in Schulung. AMS rechnet mit weiterem Anstieg.

Bregenz Für die Wirtschaft geht es im neuen Jahr so weiter, wie das ganze Jahr 2019 verlief: unsicher. Die Klimadiskussion, Krisen und politische Unwägbarkeiten auf den Weltmärkten bremsen die Konjunktur. Das zeichnet sich auch am Arbeitsmarkt ab, vor allem in jenen Bundesländern, die auf hohem Niveau erfolgreich sind, also z. B. in Oberösterreich, in der Steiermark und leider auch in Vorarlberg, das bereits im vergangenen Jahr in einigen Monaten eine Steigerung der Arbeitslosenzahlen registrieren musste.

„Geringere Nachfrage“

Auch das neue Jahr beginnt in Vorarlberg mit einem Plus jener Menschen, die einen Arbeitsplatz suchen. „Das moderate Wirtschaftswachstum führt dazu, dass Unternehmen ihre Personalstände weniger stark ausweiten.
Die geringere Nachfrage nach Arbeitskräften wirkt sich auf die Arbeitsmarktkennzahlen negativ aus“, informiert deshalb der
Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice, Bernhard Bereuter. Er geht außerdem davon aus, dass die Arbeitslosigkeit heuer weiter steigen wird, auch wenn er relativiert: „Trotz des leichten Anstiegs bei den vorgemerkten Arbeitslosen hat Vorarlberg mit 5,5 Prozent nach wie vor die drittniedrigste Arbeitslosenquote im Bundesländervergleich“.

„Trotz des leichten Anstiegs haben wir die drittniedrigste Arbeitslosenquote im Vergleich.“

Bernhard Bereuter, Geschäftsführer Arbeitsmarktservice

Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen erhöhte sich im Dezember im Vergleich zum Vorjahr um 263 Personen, ein Plus von 2,7 Prozent, auf insgesamt 9935. 1632 Personen hatten eine Einstellzusage (+88 oder +5,7 Prozent), dies entsprach einem Anteil von 16,4 Prozent aller vorgemerkten Arbeitslosen. Die Zahl der beim AMS vorgemerkten Jugendlichen unter 20 Jahren ging um 37 Personen oder 5,2 Prozent zurück. Schwieriger wird es für Arbeitssuchende, welche das 50. Lebensjahr bereits überschritten haben. 151 Personen (+5,5 %) mehr als im Vergleichszeitraum 2019 waren mit 31. Dezember 2019 beim AMS vorgemerkt. Noch schwieriger wird es, wenn diese älteren Arbeitssuchenden gesundheitliche Vermittlungseinschränkungen haben, was bei 46 Prozent der Fall ist.

2635 Jobs sofort verfügbar

Es ist aber nicht so, dass der Arbeitsmarkt ausgetrocknet wäre. Sofort verfügbar sind in Vorarlberg derzeit 2635 Arbeitsplätze, das sind 184 oder 7,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. In den Gesundheitsberufen  gibt es 162 unbesetzte Stellen, im Handel werden 88 Mitarbeiter, in den Bauberufen 45 Mitarbeiter gesucht und in der Tourismuswirtschaft können 26 Jobs sofort angetreten werden. Rückgänge gab es bei den Metall- und Elektroberufen (-116), die von der kriselnden deutschen Wirtschaft besonders betroffen sind, in den Hilfsberufen (-53) sowie bei Technikern (-37). Für die derzeit 235 Jugendlichen, die eine Lehrstelle suchen, stehen im Moment in Vorarlberg 152 Lehrstellen offen, die sofort angetreten werden können.