Inszenierung geht laut oder leise

Markt / 14.01.2020 • 22:18 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Das Hotel Gams in Bezau steht für Zeit zu zweit. Manche fanden das anrüchig. VN
Das Hotel Gams in Bezau steht für Zeit zu zweit. Manche fanden das anrüchig. VN

Hotelierkongress: Differenzierung wird immer wichtiger.

Bregenz Um sich von der Konkurrenz abzuheben, inszenieren sich Hotels zusehends selbst. „Man muss aber aufpassen, dass man vor lauter Inszenierung nicht das Wesentlichste vergisst“, betont Tourismusmanager Philipp Patzel von den Esterházy Betrieben am Hotelierkongress in Bregenz.

Ellen Nenning, die Geschäftsführerin des Hotels Gams in Bezau, lancierte vor etwa zehn Jahren ihr Vier-Sterne-Haus als „Genießer- & Kuschelhotel“. „Wir haben die wildesten Fantasien und Bilder angeregt in der Talschaft und in der Branche – wir hatten angenommen, ‚Zeit zu zweit‘ ist nicht anrüchig“, berichtet sie von der anfangs gewagten, nun aber erfolgreichen Unverwechselbarkeit ihres Hotels. Erst als nach einiger Zeit ein Kirchenvertreter zu uns einen Kaffee trinken kam, wussten wir, wir sind akzeptiert“, erinnert sich die Hotelchefin. „Man muss den Mut haben, Dinge zu tun und nicht zu wissen, was dabei rauskommt.“

Eindeutig positioniert ist auch der Skiort Ischgl mit der angeblich höchsten Dichte an Vier- und Fünf-Sterne-Hotels in Österreich. „Mit der Eitelkeit der Menschen kann man das beste Geschäft machen“, erklärt der Geschäftsführer des Tourismusverbands, Andreas Steib. „Man muss aber auch aufpassen, dass wir nicht ‚Alpen-Disneyland‘ werden, sondern authentisch bleiben, regionale Produkte verkaufen und die Bevölkerung mit ins Boot holen“, hält Gerhard Wendl, Vorstand der JUFA Hotels, dagegen. „Ein bisschen Inszenierung ist Mode geworden – es gibt die laute und die leise Inszenierung.“