Kleine Brauer fürchten Marktkonzentration

Markt / 14.01.2020 • 21:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Stein des Anstoßes für die mittelständischen Culturbrauer ist die Übernahme der Aktienmehrheit der Brauerei Fohrenburg durch die Brau Union. FA

Österreichische Culturbrauer wenden sich wegen Fohrenburger/Brau Union an BWB.

Schwarzach, Wien Firmenfusionen und -übernahmen bedürfen bei einer gewissen Größe der Zustimmung der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB), die in einem solchen Fall prüft, ob sich der Markt in Richtung Monopol bewegt. Genau das führen die Culturbrauer, der Zusammenschluss von acht kleineren österreichischen Brauereien, zu der die Mohrenbrauerei zählt, ins Treffen, um die Übernahme der Aktienmehrheit von Fohrenburger durch die Brau Union noch zu torpedieren. Das ist auch der Grund dafür, weshalb die Vorarlberger Fohrenburger-Konkurrenz derzeit Fragen der BWB beantwortet. Entschieden ist noch gar nichts. Schon deshalb, weil der Zusammenschuss noch nicht einmal bei der Behörde angemeldet ist.

Der Sprecher der Culturbrauer, Karl Trojan von der Schremser Brauerei, sieht die Konzentration als Gefahr. Nach Angabe Trojans habe die Brauunion 16 Biermarken, darunter auch viele kleine lokale Marken wie Villacher oder Schladminger. Der Marktanteil liege bei gut 60 Prozent, weit über dem noch verträglichen Maß. Zum Vergleich: Die acht Kulturbrauereien kommen gemeinsam auf einen Marktanteil von 15 Prozent und bieten 150 verschiedene Biere an.

Bei Fohrenburger und Brau Union sieht man das erwartungsgemäß anders. Von Übernahme könne keine Rede sein, die Brau Union habe ihre Anteile aufgestockt, argumentierte schon bei Bekanntgabe des Deals auch Fohrenburger-Boss Wolfgang Sila. Auch die Mitarbeiter bleiben, ebenso der Geschäftsführer selbst und das Sortiment. Auf die BWB-Entscheidung darf man also gespannt sein.