Künz gibt in den USA Gummi

Markt / 16.01.2020 • 22:17 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Gummi-bereifte Kran Freerider, den Künz entwickelt hat, ist pfeilschnell und spart obendrein Energie.Fa
Der Gummi-bereifte Kran Freerider, den Künz entwickelt hat, ist pfeilschnell und spart obendrein Energie.Fa

Mit „Freerider“ brachte Künz Weltneuheit auf den Markt. Erster Großauftrag in Amerika.

Hard Man sollte nicht glauben, dass man die High-Tech-Kräne, wie sie das Harder Traditionsunternehmen Künz herstellt, noch entscheidend verbessern und verändern könnte, es sei denn im digitalen Bereich. Doch genau das hat Künz mit einem motivierten, ebenso qualifizierten und kreativen Entwicklerteam mit dem Freerider geschafft. Der Freerider, vor eineinhalb Jahren präsentiert, ist nichts weniger als eine Revolution am Kranmarkt, darin war und ist sich die Fachwelt einig.

Class I Railroads

Der „Freerider“ ist der erste Gummi-bereifte Kran des Harder Unternehmens und mit zahlreichen Innovationen ausgestattet. Nach ersten Erfolgen in Europa greifen nun auch die Kunden in den USA zu. Der erste Auftrag über sechs Krane für ein Intermodal-Terminal in der Nähe von Atlanta kommt von Norfolk Southern. Was den Geschäftsführer des Kranbauers, Günter Bischof, außerdem besonders freut: Es ist ein neuer Kunde. Norfolk Southern ist eine von sieben sogenannten Class I Railroads, das sind die größten Gütertransport-Eisenbahnen in den USA.

Energieeffizient und schnell

Die Freerider-Krane, die nach Amerika geliefert werden, können voll automatisiert werden. Die Kundschaft ließ sich neben der sprichwörtlichen Qualität der Vorarlberger Krane durch die spezielle Bauweise des Freeriders überzeuge, der sich unter Volllastbedingungen mit einer Geschwindigkeit bewegen kann, wie dies mit keinem anderen gummi-bereiften Kran weltweit möglich ist. Diese Eigenschaft resultiert aus einem besonders steifen Design des Kranportals und einem patentierten aerodynamischen Hauptträger. „Mit dem aktuellen Auftrag in Austell, GA, ist Norfolk Southern der erste Terminalbetreiber in den USA, der die Rekordgeschwindigkeiten des Freeriders für sein operatives Geschäft nutzen wird“, stellt Bischof fest. Ausgeliefert werden die sechs sehr mobilen Krane im nächsten Jahr.

Der Freerider punktet nicht nur bei der Geschwindigkeit. Das aerodynamische Krandesign ermöglicht auch Einsparungen beim Energieverbrauch von bis zu 40 Prozent, kein zu vernachlässigendes Argument angesichts der Klimakrise, die auch dem Transportmittel Eisenbahn, dem Hauptkunden für solche Kräne, zu neuer Größe verhelfen wird. Das von Künz entwickelte „Spider“-Hubwerk ermöglicht einen präzisen, schnelleren und flexibleren Umschlag von Containern, weil punktgenaues und schnelles Positionieren durch diese patentierte Lösung zum Kinderspiel wird. Ergänzt wird das Spider-Hubwerk durch ein intuitives Bedienkonzept – die Künz „One Hand“ – eine Space Mouse, über die man alle Bewegungen des Spider-Hubwerks mit nur einer Hand steuern kann, erklärt Bischof stolz. VN-sca

Künz GmbH Fakten

Gegründet 1932

Eigentümer Künz Holding (im Besitz der Gründerfamilie)

Geschäftsführung Günter Bischof, Georg Schuch, David Moosbrugger

Umsatz 2018 128 Mill. Euro (+1,4 %)

Investitionen 2018 4 Mill. Euro

Export 89 %

Mitarbeiter 266 in Vorarlberg, 259 an anderen Standorten – Steiermark, Tschechien, USA