Die Weltelite ist im Anflug

Markt / 20.01.2020 • 22:19 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das Who is Who der globalen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist im Anflug.
Das Who is Who der globalen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist im Anflug.

WEF-Hochbetrieb in Altenrhein. Unmittelbare Auswirkungen auf Vorarlberg.

Altenrhein Im Vorjahr waren es laut dem Unternehmen Air Charter Service rund 1500 Privatjets, die während des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum, WEF) an den Flughäfen rund um Davos gelandet sind. In diesem Jahr wird eine ähnliche Zahl erwartet.

Hochbetrieb herrscht dieser Tage auch in Altenrhein. „Wir haben in dieser Woche in etwa das vierfache Volumen einer normalen Woche. Das entspricht ungefähr einem Monatsumsatz“, fasst Thomas Mary, CFO und Pressesprecher der People’s Air Group, die prognostizierten 350 bis 400 Flugbewegungen in Zahlen.

Das Who is Who

Vom 21. bis 24. Jänner werden in den Schweizer Bergen rund 3000 Teilnehmer aus der globalen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erwartet. Die Staats- und Regierungschefs reisen in der Regel über Zürich an. Hin und wieder gibt es aber auch Ausnahmen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel beispielsweise landete schon mehrfach am Bodensee-Airport in Friedrichhafen. Die estnische Regierungschefin gab vor drei Jahren dem Flughafen St. Gallen-Altenrhein den Vorzug. Wer in diesem Jahr im Anflug ist? Der People‘s-CFO zuckt mit den Schultern. „Dazu sage ich nichts. Unser Vorteil ist, dass bei uns alles relativ diskret über die Bühne gehen kann“, unterstreicht er. In der Regel wisse man auch gar nicht, welche Passagiere im Flugzeug sitzen. Und wenn es sich um Staats- oder Regierungschefs handle, gebe es entsprechende Sicherheitsdispositive, die im Zuständigkeitsbereich der Kantonspolizei St. Gallen oder der Grenzwacht liegen.

Entlang dem Rollfeld und im Hangar in Altenrhein ist Platz für bis zu 50 Businessjets. 80 Prozent davon sind laut Mary Global Express oder Gulf Stream des Typs 500 oder 600. Die Kosten für die Landung belaufen sich bei einer 50 tonnenschweren Maschine auf rund 2000 Franken. Extra verrechnet werden die gewünschten Dienstleistungen wie Toilettenwasser, Parkplatz, Limousinenservice oder Hotel. Für das All-in-Paket zahlt man laut CFO rund 10.000 Franken. „Da kann man sogar noch tanken, aber nicht viel.“

Prominenz an Bord

Die Vorarlbergerin Sarah Lins (33) ist seit zwei Jahren im Securitydienst im Einsatz. „Wir fertigen drinnen die Linienflüge ab, sind für die Sicherheit auf dem Vorfeld zuständig und machen auch Zaunkontrollen, um zu schauen, ob irgendeine Bedrohung von außen da ist“, erläutert die Feldkircherin mit Wohnsitz Schwarzach. Zu den Aufgaben der Securitys zählen auch Shuttlefahrten, die in der WEF-Woche besonders oft nachgefragt werden. Sprich: Die Passagiere werden beim Flugzeug abgeholt und zum Ausgang chauffiert. Den Umgang mit Prominenz ist Sarah Lins mittlerweile gewohnt. „Die ist unterm Jahr auch oft einmal da. Sebastian Vettel zum Beispiel und alles, was mit Politik zu hat“, berichtet die 33-Jährige. 

Das WEF spielt sich zwar in der Schweiz ab, es hat aber auch Auswirkungen auf Vorarlberg. An sechs Tagen ist in einem Radius von 45 Kilometern nur autorisierter Flugverkehr erlaubt. Österreichweit sind mehr als 1000 Soldaten und 20 Fluggeräte für die Sicherheit im Einsatz. Auch das Militärkommando Vorarlberg trägt seinen Teil dazu bei. Des Weiteren sind die mit Österreich staatsvertraglich vereinbarten Tageslärmbelastungen außer Kraft gesetzt. „Das betrifft Landungen und Starts, die auf der Ostseite passieren“, präzisiert Mary. Vn-ger

Die ersten WEF-Gäste sind am Montag in Altenrhein gelandet. Insgesamt werden 350 bis 400 Flugbewegungen erwartet. VN/Paulitsch
Die ersten WEF-Gäste sind am Montag in Altenrhein gelandet. Insgesamt werden 350 bis 400 Flugbewegungen erwartet. VN/Paulitsch
In der WEF-Woche haben wir dieselben Aufgaben wie unterm Jahr, nur dass sie eben gehäuft vorkommen. Je mehr los ist, umso mehr Spaß hat man, weil von der Abteilung jeder im Einsatz ist. Für uns Security-Mitarbeiter ist es einfach eine tolle Woche. Sarah Lins, Security-Mitarbeiterin aus Schwarzach

In der WEF-Woche haben wir dieselben Aufgaben wie unterm Jahr, nur dass sie eben gehäuft vorkommen. Je mehr los ist, umso mehr Spaß hat man, weil von der Abteilung jeder im Einsatz ist. Für uns Security-Mitarbeiter ist es einfach eine tolle Woche. Sarah Lins, Security-Mitarbeiterin aus Schwarzach

Wir wissen in der Regel nicht, welche Passagiere im Flugzeug sitzen, und wenn es ein Staats- oder Regierungschef ist, gibt es entsprechende Sicherheitsdispositive, für die die Polizei oder die Grenzwacht zuständig sind. Wir haben damit nichts zu tun. Thomas Mary, People‘s-CFO und Pressesprecher

Wir wissen in der Regel nicht, welche Passagiere im Flugzeug sitzen, und wenn es ein Staats- oder Regierungschef ist, gibt es entsprechende Sicherheitsdispositive, für die die Polizei oder die Grenzwacht zuständig sind. Wir haben damit nichts zu tun. Thomas Mary, People‘s-CFO und Pressesprecher

Ich finde die kleinen Jets beeindruckend. Wenn einer knapp über dir drüberzieht, stellt es dir schon ein bisschen die Haare auf. Wir haben uns letztes Jahr schon vorgenommen, dass wir herkommen, wenn der Anreistag ist und sich ein bisschen mehr tut. Christoph Simma, Hobbyfotograf aus Rankweil

Ich finde die kleinen Jets beeindruckend. Wenn einer knapp über dir drüberzieht, stellt es dir schon ein bisschen die Haare auf. Wir haben uns letztes Jahr schon vorgenommen, dass wir herkommen, wenn der Anreistag ist und sich ein bisschen mehr tut. Christoph Simma, Hobbyfotograf aus Rankweil

WEF in Zahlen

350 bis 400 Flugbewegungen werden in der WEF-Woche am Flughafen Altenrhein erwartet. Das entspricht in etwa dem vierfachen Volumen einer normalen Woche.

 

2000 Franken kostet die Landung für eine 50 Tonnen schwere Maschine. Das All-in-Paket beziffert CFO Thomas Mary mit rund 10.000 Franken.

 

50 Businessjets sollen in den kommenden Tagen in Altenrhein parken.