Schwarzgeld: Automatischer Datenaustausch zeigt Wirkung

Markt / 20.01.2020 • 09:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der automatische Informationsaustausch (AIA) mit 75 Staaten sorgt im kantonalen Finanzamt für Mehreinnahmen in Millionen-Franken-Höhe.   KEYSTONE

St. Gallen legt Steuersünderbilanz vor. 7200 Kontomeldungen aus Österreich.

St. Gallen In der Wahrnehmung vieler Menschen ist die Schweiz nach wie vor ein Paradies für Steuersünder. Doch die Zeiten haben sich geändert, wie der Bericht des Finanzdepartements des Kantons St. Gallen, der jetzt vorgelegt wurde, zeigt. Auch die Schweizer selbst glauben seit Einführung des automatischen Datenaustausches (AIA) mit inzwischen rund 100 Ländern (Österreich seit Beginn 2018) nicht mehr so recht an das Bankgeheimnis in der Eidgenossenschaft und nutzen deshalb die Möglichkeit zur sogenannten straflosen Selbstanzeige.

Tempo nahmen die Selbstanzeigen vor drei Jahren auf. Denn seit dem 1. Januar 2017 ist der automatische Informationsaustausch (AIA) in Kraft, in Österreich aufgrund einer Ausnahmeregelung seit 1. Jänner 2018. Im Vorfeld des Inkrafttretens kamen bereits mehr als 700 Millionen Euro aus Liechtenstein und 2,6 Mrd. Euro aus der Schweiz zurück nach Österreich

Für das Jahr 2018 erhielt der Kanton St.Gallen rund 102.000 Meldungen aus den Vertragsstaaten. Bei den bisher geprüften Fällen des Jahres 2017 kamen hinterzogene Vermögen von 11,7 Millionen Franken zum Vorschein. Mit Abstand am meisten Meldungen stammen, so das Departement in seiner Bilanz, aus Deutschland, für das Jahr 2018 45.315. Dann folgt bereits Österreich, insbesondere Vorarlberg, mit 7200 Meldungen. Wie das Kantonalamt feststellt, weisen viele dieser Konten allerdnigs nur geringfügige Kontostände auf.