Weltwirtschaftsforum: „Zustand der Welt verbessern“

Markt / 22.01.2020 • 09:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bewertete seine Wirtschaftspolitik als sehr gut und bezeichnete  Klimaschützer als Untergangspropheten: Donald Trump vor großem Publikum in Davos. AFP

Beim Weltwirtschaftsforum in Davos, nur 20 Kilometer von Vorarlberg entfernt , treffen Politiker, Manager und Greta Thunberg aufeinander.

Davos US-Präsident Donald Trump, Kanzlerin Angela Merkel, Klimaaktivistin Greta Thunberg – das sind die wohl prominentesten von etwa 3000 Teilnehmern an der 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Seit gestern, Dienstag, treffen sich wieder Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in dem kleinen Alpenort in der Schweiz, nur wenige Kilometer von der Vorarlberger Grenze entfernt. Vier Tage lang wird getagt, beraten, diskutiert, mal öffentlich und oft hinter verschlossenen Türen. Beim und zum Wirtschaftstreffen gibt es zahlreiche Facetten, eine Auswahl:

Mahnung Papst Franziskus hat die in Davos versammelte Wirtschaftselite aufgefordert, die Verantwortung für kommende Generationen im Blick zu haben. In einem Schreiben mahnt Franziskus: „Wir haben die moralische Verpflichtung, füreinander zu sorgen, sowie den feststehenden Grundsatz, den Menschen und nicht das bloße Streben nach Macht oder Profit in den Mittelpunkt zu stellen.

Fernduell US-Präsident Donald Trump und Klimaaktivistin Greta Thunberg haben sich in Davos ein Fernduell um den Klimaschutz geliefert. „Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und die Vorhersagen einer Apokalypse ablehnen“, sagte er. Thunberg mahnte dagegen sofortiges Handeln ein: „Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an“, rief Thunberg den Teilnehmern zu.

Anschluss verloren Allianz-Vorstandschef Oliver Bäte hat die Politik in ihren Bemühungen um den Klimaschutz kritisiert. „Es ist das erste Mal, dass die Wirtschaft den Ton angibt und die Regierungen hinterherhinken“, sagte der Manager mit Blick auf die Reduktion von CO2-Emissionen. „Wir diskutieren immer Pläne für den Kohleausstieg, aber wir diskutieren nur den Zeitpunkt und nicht die nötigen Schritte.“ Er glaube, dass die Regierungen den Anschluss verloren haben.

Marktöffnung Chinas Vizeministerpräsident Han Zheng hat sich für Globalisierung und offene Märkte ausgesprochen. „Unilaterale und protektionistische Praktiken, die gegen den weltweiten Trend laufen, führen nirgendwo hin“, sagte Han Zheng beim Weltwirtschaftsforums in Davos. Er versprach mehr Marktzugang für ausländische Unternehmen: „China wird sich der Welt weiter öffnen.“

Werbewert Trotz der großen Belastung will die Schweizer Gemeinde Davos das Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums (WEF) nicht missen. Eine Studie habe ergeben, dass der Werbewert der viertägigen Veranstaltung bei 74,5 bis 79 Millionen Euro liege, sagte Gemeindepräsident Tarzisius Caviezel.