Wie ein Virus die Börsen beschäftigt

Markt / 24.01.2020 • 20:30 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Es ist zu hoffen, dass das Coronavirus rasch eingedämmt werden kann. APA

Börsenexpertin Monika Rosen über den Coronavirus.

Monika Rosen

Wien Der Ausbruch des neuen Coronavirus in China hat in den letzten Tagen auch die Finanzmärkte stark beschäftigt. Auch wenn die chinesische Regierung diesmal, im Gegensatz zur SARS-Epidemie 2002/2003, offener und proaktiver mit dem Problem umgeht und rasche Gegenmaßnahmen eingeleitet hat, könnte das Timing nicht unglücklicher sein. Am 25. Jänner wird in China das Neujahrsfest gefeiert, viele Millionen Menschen machen sich da traditionell auf den Weg, um ihre Verwandten zu besuchen. Das starke Reiseaufkommen begünstigt natürlich die Verbreitung der Infektion. Dementsprechend gerieten auch die Aktien von Fluglinien, Hotelketten und Reiseveranstaltern am stärksten unter Druck. Aber auch Casinobetreiber und Aktien aus der Luxusgüter-Branche wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Noch ist es für eine abschließende Beurteilung zu früh, und es ist natürlich zu hoffen, dass das Coronavirus rasch eingedämmt werden kann. Auch scheint es nicht so tödlich zu sein wie SARS, damals sind immerhin 10 Prozent der Infizierten gestorben. Sollte sich die Problematik aber länger hinziehen, dann könnte das Virus auch Auswirkungen auf die Konjunktur haben. Und zwar nicht nur in China und Hongkong selbst, sondern vor allem auch in Ländern, die stark von chinesischen Touristen leben, wie Thailand und Vietnam.