Wundersame Abgabenvermehrung

Markt / 28.01.2020 • 22:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Einnahmen nach Prüfung von EPUs stiegen 2018 um das Fünffache.
Die Einnahmen nach Prüfung von EPUs stiegen 2018 um das Fünffache.

Abgaben von EPU nach Betreibsprüfungen im Jahr 2018 stark angestiegen.

Wien, Schwarzach Die GPLA, die gemeinsame Prüfung aller lohnabhängigen Abgaben, kommt zuweilen zu merkwürdigen Ergebnissen. Abgeklopft werden dabei vom Finanzamt und von der Krankenkasse gemeinsam Sozialversicherungsbeiträge und Umlagen, Lohnsteuer, Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds, Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag und Kommunalsteuer. Eigentlich eine gute Sache für Firmen mit Mitarbeitern. Allerdings zeigt die Beantwortung einer Anfrage des Neos-Abgeordneten Sepp Schellhorn durch den neuen Finanzminister Gernot Blümel, dass auch Ein-Personen-Unternehmen, die gewiss keine Mitarbeiter angestellt haben, ganz schön zur Kasse gebeten werden.

Einnahmen verfünffacht

Im Jahr 2017 waren noch 2.036.812 Euro, im Jahr 2018 aber schnellte die Summe auf 9.693.030 Euro österreichweit nach oben. Schellhorn vermutet dahinter Krankenkassen und die Finanz, die, statt zu beraten einfach prüfen und schlussendlich abkassieren, und will wissen, was die Wirtschaftskammer (WKV)  unternimmt, um die Kleinstunternehmen vor den Abgaben zu schützen? Doch die weiß nichts von besonders vielen oder besonders strengen Prüfungen. Auch die Sprecherin der EPU in der WKV, Susanne Rauch-Zehetner, weiß davon nichts. Zumindest nicht in Vorarlberg, so der Direktor der WKV, Christoph Jenny, der auch als Dienstgeber-Vertreter in der bisher dafür zuständigen  Gebietskrankenkasse vertreten war. Wenn, dann könne es sich nur um das Finanzamt handeln, das hier aktiv wurde, orakelt er.

Doch auch der Präsident der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in Vorarlberg, Jürgen Reiner, kann nur Vermutungen anstellen, wie es zu dieser Explosion gekommen ist, stellt aber auch fest, dass die zwei Millionen Euro Einnahmen im Jahr 2017 ein Ausreißer nach unten sind, nachdem in den Jahren zuvor immer rund fünf Millionen Euro nach den Prüfungen eingenommen wurden. Wenn die GKK die Prüfungen nicht forciert hat, dann das Finanzamt. „Ich kann ausschließen, dass die Betriebsprüfer einen Fokus auf Ein-Personen-Unternehmen gelegt haben“, sagt denn auch der Sprecher des Finanzministers, Johannes Pasquali, von den VN mit den Zahlen konfrontiert. „Das hängt davon ab, wieviele Fälle abgeschlossen wurden und um wie viel Geld es gegangen ist.“ 2019 kann dann wieder ganz anders aussehen. VN-sca

„Ich kann ausschließen, dass die Betriebsprüfer einen Fokus auf EPU gelegt haben.“