Virus steckt die Wirtschaft an

Markt / 30.01.2020 • 22:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hochbetrieb herrscht in Fabriken wie dieser in Bankgok, die Atemmasken und Schutzanzüge herstellen. In China ruhen viele Betriebe aller Branchen. AFP
Hochbetrieb herrscht in Fabriken wie dieser in Bankgok, die Atemmasken und Schutzanzüge herstellen. In China ruhen viele Betriebe aller Branchen. AFP

Vorarlberger Firmen in China im Kampf mit dem Coronavirus.

Schwarzach Der Handelskonflikt zwischen China und den USA? War gestern. Der Ausbruch des Coronavirus bedroht nicht nur Millionen Menschen in China und weltweit, er hat auch die globale Wirtschaft weit schneller und kurzfristig auch heftiger durchgeschüttelt als der gesamte lautstarke Schlagabtausch der größten Wirtschaftsmächte. Abzuschätzen sei die Auswirkung aber noch nicht, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). „Es ist noch deutlich zu früh, um eine seriöse Analyse über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Virus erstellen zu können“, sagt DIW-Präsident, Marcel Fratzscher.

Gravierende Folgen

Lässt sich die Lungenkrankheit nicht eindämmen, sondern breitet sich weiter aus, hat das noch viel gravierendere Folgen als schon bisher auf drei Ebenen. So würde zum einen die Nachfrage etwa für Reisen nach China deutlich sinken. Bemerkbar machen würde sich auch das vorübergehende Schließen von Fabriken in China: Dies würde die globalen Wertschöpfungsketten beeinflussen und Firmen erschweren, benötigte Vorleistungen aus China oder anderen betroffenen Ländern zu beziehen. Weiter würde eine weitere Verbreitung für erhöhte Unsicherheit sorgen, die Unternehmen von Investitionen oder Banken von der Kreditvergabe abhalten könnte. Die Börsen jedenfalls haben in den vergangenen Tagen bereits reagiert auf die Unsicherheit, die durch Krisensitzungen in den großen internationalen Organisationen ebenso angeheizt wird wie durch Fakenews, die alle möglichen Verschwörungen hinter dem Virus vermuten.

Die Folgen in diesen drei Bereichen sind allerdings schon jetzt zu spüren: So gibt es praktisch keine funktionierenden Flugverbindungen mehr in die Volksrepublik: Auch die AUA hat ihre Flüge bis 9. Februar wie so viele andere Fluglinien gestrichen.

Vorarlbergs Firmen mit Geschäftsbeziehungen oder Produktionsbetrieben in  China haben alle Reisen von Mitarbeitern in die Region oder aus der Region gecancelt oder raten ihren Mitarbeitern eindringlich davon ab. Wie es mit der Produktion weitergeht, ist im Dunkeln, da die traditionellen Neujahrsferien der Chinesen erst enden oder von den Regionalregierungen einfach verlängert wurden, wie Josef Rupp erzählt. Das Werk des Hörbranzer Lebensmittelunternehmens  Rupp & Dachan Foods in der 15-Millionen-Einwohner-Stadt Tianjin steht derzeit jedenfalls still, in zehn Tagen werde man schauen, wie es weitergeht. Auch bei der Firma Alpla, die in China sieben Werke betreibt, befinden sich die rund 1600 Mitarbeiter noch bis einschließlich heute, Freitag, in den Neujahrsferien. VN-sca

Wir haben in unserem Unternehmen weltweit Reisen von und nach China bis auf Weiteres untersagt haben. Die Regelung bei Hirschmann Automotive gilt bereits seit Montag. Volker Buth, CEO Hirschmann Automotive

Wir haben in unserem Unternehmen weltweit Reisen von und nach China bis auf Weiteres untersagt haben. Die Regelung bei Hirschmann Automotive gilt bereits seit Montag. Volker Buth, CEO Hirschmann Automotive

Der Coronavirus hat bis jetzt keine Auswirkungen auf die Zumtobel Group. Als vorbeugende Maßnahme sollen Mitarbeiter derzeit keine Geschäftsreisen nach China bzw. von China antreten. Marina Konrad-Märk, Sprecherin Zumtobel

Der Coronavirus hat bis jetzt keine Auswirkungen auf die Zumtobel Group. Als vorbeugende Maßnahme sollen Mitarbeiter derzeit keine Geschäftsreisen nach China bzw. von China antreten. Marina Konrad-Märk, Sprecherin Zumtobel

Unser Betrieb, den wir mit einem Partner in China betreiben, steht derzeit still. Wie es weitergehen wird, entscheidet sich in zehn Tagen. Derzeit beobachten wir die Lage. Josef Rupp, Geschäftsführer Rupp GmbH.

Unser Betrieb, den wir mit einem Partner in China betreiben, steht derzeit still. Wie es weitergehen wird, entscheidet sich in zehn Tagen. Derzeit beobachten wir die Lage. Josef Rupp, Geschäftsführer Rupp GmbH.