Für Rentschler-Gläubiger bleibt wenig übrig

Markt / 06.02.2020 • 22:19 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Zuweilen wird Aktivität im stillgelegten Rentschler-Betrieb beobachtet. VN/Sams
Zuweilen wird Aktivität im stillgelegten Rentschler-Betrieb beobachtet. VN/Sams

24,6 Millionen Euro Forderungen, nur 6,6 Millionen anerkannt.

Laupheim, Feldkirch „Ohne diesen Rückschlag würden wir das Geschäftsjahr 19/20 als das beste der Unternehmensgeschichte abschließen“, schreiben Matilde und Nikolaus Rentschler wenige Tage nachdem sie ihr österreichisches Unternehmen Rentschler Fill Solutions unter dem eilig umbenannten Namen „Impletio Wirkstoffabfüllung GmbH“ in eine Millionen-Pleite geschickt haben, an die „lieben Mitarbeiter“ in einem den VN vorliegenden Brief. Von diesem Erfolg dürften die Gläubiger der Pleitefirma nichts abbekommen.

Am Donnerstag fand am Landesgericht Feldkirch die Prüfungs- und Berichtstagsatzung in dem Verfahren statt. Im Verfahren sind rund 24,6 Millionen Euro an Forderungen von den Gläubigern angemeldet worden. Allerdings habe Masseverwalterin Eva Müller vorsorglich nur 6,6 Millionen Euro an Forderungen anerkannt, berichtet KSV1870-Vorarlberg-Leiterin Regina Nesensohn. Alles andere sei bestritten worden.

Obwohl jeglicher Zusammenhang der Firmen in Rankweil und Laupheim bestritten wird, macht die Familie Rentschler zumindest intern schwere Vorwürfe: „Trotz unseres verstärkten Engagements seit April 2019 haben uns das mangelnde Qualitätsbewusstsein und das Wegschauen der Mitwisser seit März 2018 dazu gezwungen, im November die Kooperation zu beenden.“ An anderer Stelle schreiben die Eigentümer: „Wir mussten uns von mehreren Mitarbeitern trennen, wegen Vertrauensmissbrauchs oder nicht gerecht gewordener Verantwortung“. Klare Worte in einem Fall, den ein Gläubiger so beschreibt: „Mir ist das alles ein Rätsel“.