18.746 Unternehmer haben die Wahl

Markt / 12.02.2020 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
24 Prozent der Wirtschaftskammermitglieder nutzten 2015 ihr Wahlrecht entweder in den Bezirkshauptstädten oder per Brief. DPA

Wirtschaftskammerwahl im März: 1080 Kandidaten für 801 Ausschusssitze.

Feldkirch 18.746 Mitglieder der Wirtschaftskammer sind per Brief oder am 2. und 5. März zur Wahl ihrer Berufsvertretung aufgerufen. Für 4238 der insgesamt 22.984 Wirtschaftskammermitglieder ist die Wahl bereits gelaufen. In ihren Fachgruppen haben sich die Mitglieder auf eine Einheitsliste verständigt, die unter dem Namen „Vorarlberger Wirtschaft – Team Hans Peter Metzler“ antritt. In dieser Liste treten der Vorarlberger Wirtschaftsbund, die Freiheitliche Wirtschaft und der sozialdemokratisch geprägte Vorarlberger Wirtschaftsbund gemeinsam an, wie sie es über Jahrzehnte gemacht haben. Bis 2005 gab es nur diese Liste, Friedenswahl nennt man diesen Vorgang im Kammerrecht.

801 Interessenvertreter

Sinn und Zweck dahinter sei es gewesen und ist es immer noch, eine geschlossene Berufsvertretung über Parteigrenzen hinweg zu bilden, „weil wir“, so ein früherer Funktionär, „als Unternehmer eh schon eine kleine Gruppe sind, die nur gehört wird, wenn wir gemeinsam auftreten“. Was in Vorarlberg bis vor 15 Jahren funktionierte, hatte aber bundesweit Kritiker. Die Grüne Wirtschaft machte dem ein Ende und stellt aktuell auch zwei Fachgruppenobleute. Heuer treten sechs Wählergruppen in verschiedenen Fachgruppen an – neben der Vorarlberger Wirtschaft die Grüne Wirtschaft, der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband, die UNOS als Wirtschaftsverband der Neos, das Unabhängige Wirtschaftforum und „FreeMarkets.at“, die sich als parteiunabhängig deklarieren. Der größte Teil der Arbeit ist bereits erledigt, nämlich für alle Positionen entsprechende Kandidaten zu finden. Alleine die Liste „Vorarlberger Wirtschaft“ hat über 900 Unternehmer und Manager aufgestellt, insgesamt sind es 1080 Personen, die künftig die Interessen der Branche vertreten werden.

„Wir wollen den Unternehmern in möglichst vielen Fachgruppen eine echte Wahl ermöglichen.“

Christoph Hiebl, Grüne Wirtschaft Vorarlberg

Für Präsident Hans Peter Metzler ist es die erste Wahl. Dass er sie gewinnt, steht jetzt schon fest. Bei der Wahl im März geht es nur darum, wie die wählenden Gruppen abschneiden und wie hoch die Wahlbeteiligung ist. 2015 lag sie bei 24 Prozent, gäbe es eine flächendeckende Friedenswahl müsste das Ziel ja null Prozent sein (nicht 100 wie sonst bei Wahlen).

Christoph Hiebl, Sprecher der Grünen Wirtschaft, will das Ergebnis der letzten Wahl (19,4 Prozent) heuer toppen und hofft ebenfalls auf mehr Wähler. „Demokratie, Transparenz und Kontrolle sind in einem politischen System wichtig und das füllen wir als kleinere Wirtschaftspartei auch aus. Dafür ist auch das Wirtschaftsparlament wichtig, wo wir die einzige spürbare Opposition sind. Es geht uns aber auch ums Mitgestalten in den Fachgruppen.“