Akademie statt Wetterschicht

Markt / 14.02.2020 • 19:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Winterakademie ist beim Hilti & Jehle-Nachwuchs beliebt, lernen sie doch seltene handwerkliche Fertigkeiten. FA
Die Winterakademie ist beim Hilti & Jehle-Nachwuchs beliebt, lernen sie doch seltene handwerkliche Fertigkeiten. FA

In der Winterakademie von Hilti & Jehle werden seltene handwerkliche Fähigkeiten gelehrt.

Feldkirch „Der Fokus der Winterakademie liegt auf jenen Inhalten, die im Ausbildungsalltag oder in der Berufsschule zu kurz kommen oder nicht gelehrt werden können“, erklärt Personalchef Erwin Rauch die Initiative, die im Winter, also in jener Zeit, wo im Baugewerbe oft Wetterschichten gemacht werden, stattfindet. Die Baubranche profitiert auf viele Arten vom Einbeziehen moderner Technik. Jedoch finden deshalb gewisse handwerkliche Fähigkeiten und Kenntnisse nur noch selten Anwendung am Bau. Mit praktischen Übungen, Seminaren und Besichtigungen von Lieferanten und Kunden gleicht das Programm der Akademie dieses Defizit aus und verbessert gleichzeitig die Ausbildungsqualität.

Dinge ausprobieren

Auch die Lehrlingsausbilder wissen das Zusatzangebot zu schätzen. Die Winterakademie bietet ihnen zusätzliche Zeit mit den Jugendlichen und die Möglichkeit auf deren Bedürfnisse einzugehen: „Im Baualltag können wir den Lehrlingen oft nur die theoretischen Grundlagen vermitteln. Hier können sie ohne Druck das Gelernte in die Praxis umsetzen und verschiedene Dinge ausprobieren“, verdeutlicht Polier Ivo Zganec den Nutzen der Akademie. Für die Weiterbildung wird beim Feldkircher Bauunternehmen großer Aufwand betrieben. Bis zu 25 Lehrlingsausbilder pro Tag bringen ihre Praxiserfahrung bei den unterschiedlichen Programmpunkten ein. Realitätsnähe ist dabei Pflicht. So entstehen am und um das Ausbildungsgelände kleinere und größere Baustellen.

Perspektivenwechsel

Hilti & Jehle bildet Lehrlinge in den verschiedensten Baubereichen , in der Metallbearbeitung sowie in Land- und Baumaschinentechnik aus. Im Baualltag, abseits von Lehrlingsausflügen und -aktivitäten, begegnen sich die Lehrlinge der unterschiedlichen Sparten nur selten. Die Winterakademie deckt alle Bereiche ab und lässt die Jugendlichen in gemischten Teams Erfahrungen sammeln. „Es ist interessant andere Arbeitsbereiche kennenzulernen. Es hilft auf jeden Fall dabei die Zusammenhänge im Betrieb und auf der Baustelle besser zu verstehen“, zieht Tiefbaulehrling Patrick Scheiber Bilanz.

Lehrlingsfreie Baustellen

Alle Lehrlinge der Baufirma, unabhängig von Sparte oder Lehrjahrm sind Teil der Winterakademie. Die Baustellen bleiben in den zwei Wochen komplett lehrlingsfrei. „Ein kleiner personeller Kraftakt“, wie Erwin Rauch betont. „Wir nutzen die bauärmere Zeit im Jänner, trotzdem fehlen mit den Lehrlingen und ihren Ausbildern wichtige Arbeitskräfte auf den Baustellen. Der Aufwand macht sich allerdings bezahlt“, z. B. mit der Auszeichnung „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ und Bestplatzierungen bei Lehrlingswettbewerben. VN-sca

„Die Akademie hilft, Zusammenhänge im Betrieb und auf Baustellen besser zu verstehen.“