Neue Chance für den Messepark

Markt / 27.02.2020 • 10:30 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Neue Chance für den Messepark
Die Handelslandschaft hat sich seit 2015 grundlegend verändert. Beeinflusst das die Entscheidung über die Messeparkerweiterung? ATP ARCHITEKTEN

Bürgermeisterin Kaufmann will Erweiterungsantrag erst nach der Wahl behandeln.

Dornbirn Seit vergangenem Frühherbst liegt beim Amt der Stadt Dornbirn ein Antrag zur Erweiterung des Einkaufszentrums Messeparks. Ein neuer, denn schon im Oktober 2014 präsentierte das Management des Messeparks seine Pläne, die eine Erweiterung der Handelsflächen um 4700 Quadratmeter vorgesehen hat. Geht es nach Bürgermeisterin Andrea Kaufmann, wird der Antrag dort auch liegen bleiben, bis die Gemeindewahl geschlagen ist. Danach werde man darüber beraten und den Antrag neu bewerten. Das habe sie bereits nach seinem Einlangen auch öffentlich gesagt, erklärt Kaufmann gegenüber den VN.

Warten auf die Stadt

Auch seitens der Messepark-Geschäftsführung hält man den Ball flach. Nur dass man im Herbst einen neuen Antrag eingebracht habe, bestätigt Guntram Drexel. Wie sich die Dornbirner Politiker entscheiden, ist für Wirtschaftslandesrat Marco Tittler maßgeblich. Das Land werde erst aktiv, wenn man aus Dornbirn eine Empfehlung erhalte, schildert er das Prozedere und fasst nach: “Ich bin mir sicher, dass sich die Stadt das sehr gewissenhaft anschaut.” In seiner früheren Position als stellvertretender Wirtschaftskammerdirektor ließ er 2017 in einem ORF-Interview durchaus Verständnis für die Wünsche des Messeparks erkennen: Man könne die Entwicklung der Innenstadt nicht beschleunigen, wenn man ein Projekt an der Peripherie verhindere, stellte er damals fest.

“Shuttle kontraproduktiv”

Einer der Gegner der Erweiterung, der Dornbirner Architekt Anton Fink, glaubt indes, dass die Proteste und Argumente der vergangenen Jahre in der Stadtpolitik nicht mehr gelten. Er kritisiert, dass auch in der Innenstadt seither nichts passiert sei. Das Projekt Markthalle sei zwar eine gute Idee, aber ohne einen potenten Betreiber nicht umzusetzen. Die Idee mancher Parteien, Innenstadt und Messepark mit einem Busshuttle zu verbinden, sei kontraproduktiv. “Das bringt nur mehr Leute zum Messepark”, vermutet er, dem mit seinem Stadtpark momentan das selbe Schicksal droht wie dem Messepark. Die geplante Erweiterung des Einkaufszentrums um zwei Geschoße stockt, “obwohl alle Gebäude rundum höher sind”. Im Falle einer möglichen Genehmigung der Messepark-Erweiterungspläne kündigt er Widerstand an.

Messepark-Erweiterung: Ja oder nein?

 Für die Dornbirner Grünen hat sich an ihrer Einstellung zur Erweiterung des Messeparks nichts geändert. "Wir lehnen sie auch weiterhin ab. Der neue Antrag der Messepark-Betreiber an die Stadt ist mir bislang nicht bekannt." <strong>Juliane Alton</strong>, Stadträtin für Umwelt, Naturschutz und Abfallwirtschaft, Die Grünen Dornbirn. <span class="copyright">M.Mayer</span>
Für die Dornbirner Grünen hat sich an ihrer Einstellung zur Erweiterung des Messeparks nichts geändert. "Wir lehnen sie auch weiterhin ab. Der neue Antrag der Messepark-Betreiber an die Stadt ist mir bislang nicht bekannt." Juliane Alton, Stadträtin für Umwelt, Naturschutz und Abfallwirtschaft, Die Grünen Dornbirn. M.Mayer
 "Wir werden den neuen Antrag, der im Herbst eingereicht wurde, und die neuen Argumente für eine Erweiterung nach den Wahlen ausführlich und gewissenhaft abwägen. Wir wollen das sachlich machen, nicht in einem aufgeheizten Klima, deshalb warten wir die Gemeindewahl ab." <strong>Andrea Kaufmann, </strong>Bürgermeisterin <span class="copyright">VN/Lerch</span>
"Wir werden den neuen Antrag, der im Herbst eingereicht wurde, und die neuen Argumente für eine Erweiterung nach den Wahlen ausführlich und gewissenhaft abwägen. Wir wollen das sachlich machen, nicht in einem aufgeheizten Klima, deshalb warten wir die Gemeindewahl ab." Andrea Kaufmann, Bürgermeisterin VN/Lerch
 "Wir haben den Messepark nicht zum Wahlkampfthema gemacht, weil wir schon in der Stadtvertretung niedergestimmt wurden. Aber wir sind nach wie vor dafür, dass die Erweiterung genehmigt wird. Was wir nicht wollen und brauchen sind Zurufe aus entfernten Talschaften." <strong>Christoph Waibel</strong>, Stadtrat für Hochbau, FPÖ Dornbirn <span class="copyright">FPÖ/Mathis</span>
"Wir haben den Messepark nicht zum Wahlkampfthema gemacht, weil wir schon in der Stadtvertretung niedergestimmt wurden. Aber wir sind nach wie vor dafür, dass die Erweiterung genehmigt wird. Was wir nicht wollen und brauchen sind Zurufe aus entfernten Talschaften." Christoph Waibel, Stadtrat für Hochbau, FPÖ Dornbirn FPÖ/Mathis
 "Der Druck für eine Neubewertung des Erweiterungsantrags ist in der ÖVP groß. Bei den Neos ist klar, dass wir den Plan befürworten. Es geht um Investitionen in Millionhöhe und sehr viele Arbeitsplätze. Derzeit herrscht Stillstand, was Impulse für den Handel in Dornbirn betrifft." <strong>Claudio Errico</strong>, Spitzenkandidat Neos Dornbirn  <span class="copyright">Neos</span>
"Der Druck für eine Neubewertung des Erweiterungsantrags ist in der ÖVP groß. Bei den Neos ist klar, dass wir den Plan befürworten. Es geht um Investitionen in Millionhöhe und sehr viele Arbeitsplätze. Derzeit herrscht Stillstand, was Impulse für den Handel in Dornbirn betrifft." Claudio Errico, Spitzenkandidat Neos Dornbirn Neos
 "Für die SPÖ Dornbirn ist klar, dass die Erweiterung des Messeparks genehmigt werden soll. Wichtig ist uns dabei, dass Innenstadt und Messepark gemeinsam Werbung machen. Auch eine Schnellbuslinie zwischen Stadt und Messepark würden wir forcieren." <strong>Markus Fäßler</strong>, Stadtrat für Schulen, Integration, SPÖ Dornbirn <span class="copyright">VN/Hagen</span>
"Für die SPÖ Dornbirn ist klar, dass die Erweiterung des Messeparks genehmigt werden soll. Wichtig ist uns dabei, dass Innenstadt und Messepark gemeinsam Werbung machen. Auch eine Schnellbuslinie zwischen Stadt und Messepark würden wir forcieren." Markus Fäßler, Stadtrat für Schulen, Integration, SPÖ Dornbirn VN/Hagen

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