Wie sich Alge Electronic in der Corona-Krise schlägt

Markt / 29.06.2020 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie sich Alge Electronic in der Corona-Krise schlägt
Dank vorausschauender Strategie und neuem Geschäftsfeld wurde Kurzarbeit bei Alge Electronic bislang weder eingeführt noch beantragt. FA

Lustenauer Hightech-Unternehmen profitiert von früheren Krisenerfahrungen.

Lustenau Zu Beginn der 2000er-Jahre steckte die Alge Electronic GmbH in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und arbeitete sich in den Jahren darauf wieder in die schwarzen Zahlen zurück. Die damaligen Erfahrungen sind angesichts der heraufdämmernden Wirtschaftskrise jetzt von Vorteil. „Wir hätten nicht gedacht, dass uns diese schwere Zeit auch einmal einen direkten Nutzen bringen wird“, so der geschäftsführende Gesellschafter Dietmar Alge und sein Sohn Marc Alge, der mit Jahresbeginn 2020 als zweiter Geschäftsführer des Familienunternehmens bestellt wurde.

Damals habe man den Umgang mit einer Krisensituation gelernt. Wenn es eine Regel für sein Unternehmen in schweren Zeiten gebe, dann: „Liquidität, Liquidität und nochmals Liquidität sichern. Runter mit den Kosten und das Geschäftsmodell konsequent hinterfragen. Und nicht hoffen, dass es von alleine besser wird.“ All diese Vorsätze habe Alge Electronic bereits in den ersten Wochen der Covid19-Pandemie beherzigt.

Keine Kurzarbeit

So habe man über diverse Fördermittel und das Abrufen von Garantien die Liquidität des Unternehmens sichergestellt. Zudem wurden die Kosten wo immer möglich gesenkt, wobei es bislang nur geringe Auswirkungen auf den Personalstand gegeben habe. Aktuell beschäftigt Alge Electronic 47 Mitarbeiter (im Jänner 2019 waren es 53). Kurzarbeit wurde bislang weder eingeführt noch beantragt. Dabei soll es auch bleiben. Darüber hinaus seien alle wichtigen Kunden versichert. „Bis zu 80 Prozent des Auftragsvolumens sind gedeckt.“

Bau von Prototypen

Zudem hat der Fertigungsbetrieb für elektronische Bauteile (EMS Electronics Manufacturing Service) sein Geschäftsmodell hinterfragt und im Zuge dessen um die Entwicklung und den Bau von Prototypen erweitert. Das Unternehmen werde im 50. Jahr des Bestehens aber die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen. „Wir rechnen aktuell heuer mit einem Umsatz von etwa sieben Millionen Euro. Das wäre ein Minus von rund 13 Prozent“, so Dietmar Alge. Trotzdem werde das Unternehmen aller Voraussicht nach auch heuer schwarze Zahlen schreiben, doch sei die Jahresprognose mit einigen Unsicherheiten behaftet.