Corona: Warum Wirtschaftsvertreter eine Lizenz zum Freitesten wollen

Markt / 19.10.2020 • 19:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Corona: Warum Wirtschaftsvertreter eine Lizenz zum Freitesten wollen
Wirtschaftsbund-Direktor Jürgen Kessler, Obmann WKV-Präsident Hans Peter Metzler: „Maßnahmen müssen zielgerichtet und auf den Standort abgestimmt sein.“ FA

WKV-Präsident Metzler: Quarantäne soll im Verdachtsfall durch Tests verhindert werden.

Feldkirch „Wir fordern eine Offensive bei Deregulierung und Bürokratieabbau“, fasst Wirtschaftskammer-Präsident Hans Peter Metzler die wichtigsten Beschlüsse der Vorstandssitzung des Wirtschaftsbund Vorarlberg, bei der am Montagabend über die aktuelle Situation wie auch über langfristige Strategien beraten wurde, zusammen. „Wann, wenn nicht jetzt, ist die richtige Zeit dafür, auf allen Ebenen daran zu arbeiten, dass unsere Unternehmer, insbesondere in der schwierigen Corona-Phase, von unnötigem Ballast und Vorschriften befreit werden“, so Metzler. An die Adresse der Bundesregierung kommt außerdem ein klarer Appell und „nein zu einem Lockdown“ und mehr Augenmaß: „Die Corona-Maßnahmen müssen zielgerichtet sein und abgestimmt auf unseren grenznahen Wirtschafts- und Lebensraum sein. Vor allem müssen sie so gut kommuniziert werden, dass die Akzeptanz von Bevölkerung und Wirtschaft hält“, so Metzler und ergänzt: „In der WKV werden die sieben Sparten-Taskforces wieder ihre Arbeit aufnehmen, damit wir branchenspezifische Antworten auf die drängendsten Fragen geben können.” Sinn und Zweck dieser „schnellen Eingreiftruppe“ ist es, kurz-, mittel- und langfristige Strategien für die unterschiedlichen Branchen zu definieren und Lösungen für Problemstellungen zu finden.

Wirtschaftsbund-Direktor Jürgen Kessler ergänzt: „Um das wirtschaftliche Leben im Herbst aufrecht zu erhalten, muss ein „Freitesten“ ermöglicht werden. Angesichts steigender Infiziertenzahlen gehen wir davon aus, dass sich täglich Hunderte Vorarlberger in Quarantäne begeben müssen. Das hätte verheerende Folgen für die Unternehmen und Arbeitsplätze. Wir fordern nun eine Anpassung der Regelung, damit sich Verdachtspersonen in Zukunft „freitesten“ können und ein Verbleib im Betrieb möglich ist“, so Kessler. Derzeit müsse bei nur einem positiven Test die ganze Belegschaft nach Hause, selbst wenn alle anderen negativ getestet wurden. Das halten unsere Betriebe nicht lange durch, moniert er. Damit das „Freitesten“ in der Praxis funktioniere, müssen private Tests anerkannt werden. Die behördlich organisierten Gesundheitstests dauern teilweise noch viel zu lange und die Kapazitäten sind begrenzt. „Wir können das System entlasten, wenn privat durchgeführte Tests reichen, um sich aus der Quarantäne freitesten zu können. Das Gesundheitsministerium muss hier schnellstmöglich eine Lösung präsentieren“, so Wirtschaftskammer-Präsident Metzler.

Bei der Vorstandssitzung am Montag wurde auch das von Landesrat Marco Tittler präsentierte Impulsprogramm des Landes Vorarlberg einstimmig zur Kenntnis genommen. WK-Vizepräsident Stefan Hagen wurde ebenso einstimmig in den Vorstand des Wirtschaftsbundes kooptiert.

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