Huber-Sanierung: Letzte Unsicherheit ist vom Tisch

Markt / 06.11.2020 • 18:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Rekurs von Ex-Vorstand abgelehnt. Unternehmen nun deutlich „schlanker“.

Wien Ende August 2020 wurde der Fortbestand der insolventen Textilfirmengruppe Huber in Götzis verkündet. Dann wurde es rund um die millionenschwere Insolvenz noch einmal spannend. Denn der Ex-Vorstandsvorsitzende der Huber Holding, Martin Zieger, hatte als Einziger von insgesamt 68 Gläubigern gegen den Sanierungsplan gestimmt und einen Rekurs gegen die Bestätigung des Sanierungsplanes eingebracht.

Dieser ist nun aber vom Tisch, wie Rechtsanwalt Matthias Prior (Abel Rechtsanwälte), der das gesamte Verfahren begleitete, bestätigt. „Dem Rekurs wurde vom OLG Innsbruck nicht Folge gegeben. Ein weiteres Rechtsmittel ist jedenfalls unzulässig. Der Beschluss des LG Feldkirch über die Bestätigung des Sanierungsplans vom 25.9.2020 ist somit rechtskräftig.“

Vermutungen

Die Begründung des Oberlandesgerichts liest sich durchaus interessant: „Das OLG Innsbruck führt in seiner Begründung zutreffend aus, dass der Rekurswerber abgesehen von Vermutungen und einem bereits bei erster Einschätzung die Interessen der Gläubiger geradezu konterkarierenden Vorschlag keine substantiierten Gründe aufzeigen oder gar bescheinigen konnte, welche gegen eine Bestätigung des Sanierungsplans sprechen würden. Damit ist nunmehr auch das letzte von insgesamt vier Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung und somit die Sanierung der Huber-Gruppe abgeschlossen“, zitiert Anwalt Prior.

Restrukturierung umgesetzt

Indes sagt Huber-Vorstand Michael Krauledat, dass der Großteil der Restrukturierungsmaßnahmen im Unternehmen bereits umgesetzt sei. Dazu zählten der Personalabbau von rund 80 Mitarbeitern sowie Optimierungen interner Prozesse. „Wir sind nun deutlich schlanker.“ Derzeit gehe man nicht davon aus, dass man weitere Mitarbeiter kündigen müsse, auch sei niemand in Kurzarbeit. Zudem hätten sich die Zahlen nach der Delle durch den ersten Lockdown bereits jenen von 2019 angenähert, eine „erfreuliche Entwicklung“. VN-reh

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