Wie Vorarlbergs größter Gastroarbeitgeber den Lockdown meistert

Markt / 13.11.2020 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie Vorarlbergs größter Gastroarbeitgeber den Lockdown meistert
Gastronom Versluis: “Hilfe des Landes ist in Österreich einzigartig.” VN/PS

VN-Wirtschaftstalk: Systemgastronom Loek Versluis, McDonald´s Vorarlberg, über die Krise und die Pläne für die Zeit danach.

Schwarzach Loek Versluis ist Franchisenehmer aller McDonald´s-Restaurants in Vorarlberg und mit 399 Mitarbeitern größter Arbeitgeber in der Gastronomie des Landes. Er berichtet über die Herausforderungen, die der Betrieb derzeit zu bewältigen hat, die Schwierigkeit, alle Mitarbeiter weiterzubeschäftigen und über Pläne seines Unternehmens nach dem Lockdown.

Herr Versluis, wie gehen Sie mit den Verordnungen um, was bedeutet das für die Systemgastronomie?

Loek Versluis Es betrifft natürlich nicht nur uns Systemgastronomen, sondern alle Gastronomiebetriebe. Wir haben uns das Ziel gesetzt, unsere Betriebe aufrechtzuerhalten. Dafür brauchen wir gesunde Mitarbeiter. Wir testen jede Woche alle Mitarbeiter, dann wissen wir, wer gesund ist und wer nicht.

Sie haben mit dem Drive-in eine gute Möglichkeit für das Außerhausgeschäft, wie wird das angenommen?

Versluis Seit dem 3. November sind wir extrem fokussiert auf den Drive-in. Wir hoffen, dass wir unseren Gästen die Bestellung schnell und sicher übergeben können. Wir bieten auch einen Lieferservice an, aber nur in Dornbirn. Unser Partner Mjam ist derzeit mit Hochdruck dran, weitere Partner für den Lieferservice zu finden.

Welche Vorkehrungen wurden in den Restaurants getroffen?

Versluis Das war sehr schwierig, weil wir schauen mussten, welche Maßnahmen die Regierung für die Gastronomie getroffen hat. Neben den umfassenden Schutzmaßnahmen wurden zusätzliche Bodenmarkierungen und Leitsysteme eingerichtet.

Wie viele Mitarbeiter arbeiten momentan?

Versluis Wir würden derzeit mit zwei Dritteln der Mitarbeiter auskommen, wir machen das aber anders. Alle Mitarbeiter sind flexibel, alle kommen zum Dienst, arbeiten dann aber weniger. Es ist nicht einfach für die Mitarbeiter, aber es ist besser, als gar nicht zu arbeiten.

Mussten Sie Mitarbeiter kündigen?

Verslouis Im März haben wir alle Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, außer die geringfügig Beschäftigten, die mussten wir kündigen. Nach der Wiederöffnung im Mai arbeiteten wir wieder normal, jetzt sind wir wieder in Kurzarbeit.

Haben sie Hilfsmaßnahmen wie z. B. den Umsatzersatz in Anspruch genommen?

Verslouis Ja, das haben wir beantragt. Wir haben auch Kurzarbeit beantragt, wir haben vom Land 50.000 Euro Soforthilfe bekommen. Das ist einmalig in Österreich. Was uns auch hilft, sind die fünf Prozent Mehrwertsteuer.

Wie sieht Ihr Geschäft heuer aus?

Versluis Die Zahlen der letzten Jahre erreichen wir natürlich nicht, das müssen wir akzeptieren. Es geht mir eher darum, dass wir Kosten reduzieren. Ich habe mir deshalb im ersten Lockdown auch kein Gehalt bezahlt.

Gibt es trotz Coronakrise Pläne?

Versluis Wir können Veränderungen machen, glücklicherweise können wir jetzt in Hohenems neu bauen. Damit beginnen wir im Februar, dann wird das Restaurant für fünf Monate geschlossen und danach neu eröffnet. Wir haben auch Pläne in Bürs und in Dornbirn, aber die Grundstücke im Land sind, wie sie wissen, sehr teuer.

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