Mit der Kraft der Erde

Markt / 25.11.2020 • 22:19 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
FOUR Frankfurt ist eines der größten Hochbauprojekte Europas. Vier Wolkenkratzer werden mit Enercret-Anlagen beheizt und gekühlt. Fa
FOUR Frankfurt ist eines der größten Hochbauprojekte Europas. Vier Wolkenkratzer werden mit Enercret-Anlagen beheizt und gekühlt. Fa

Enercret-Gruppe überzeugt europaweit mit Heiz- und Kühlanlagen mit Geothermie.

Röthis Die Röthner Unternehmensgruppe Enercret kann sich derzeit trotz Coronakrise nicht über zu wenig Arbeit beklagen. Und das nicht ohne Grund. Enercret gilt international als einer der Pioniere im Bereich Geothermie. Das Unternehmen wurde bereits 1981 gegründet, zu einer Zeit, als nur ganz wenige überhaupt darüber nachdachten, wie Erdwärme die Klimabilanz verbessern könnte.

Botschaft angekommen

Das hat sich gründlich geändert, die Botschaft ist inzwischen bei der Politik, der öffentlichen Verwaltung, bei Unternehmen und bei Wohnbauentwicklern angekommen und das zeigt sich auch in den Auftragsbüchern der Firma, die von der Firma Nägele gegründet wurde und sich inzwischen zur Gänze im Eigentum des ehemaligen ÖBB-Vorstands Stefan Wehinger befindet. „Wir wachsen monatlich“, stellt Wehinger fest. Zur Group wurde Enercret, weil Wehinger davon überzeugt ist, dass mehrere kleine, selbstständig agierende Firmen am Markt flexibler und damit erfolgreicher sind. Unter dem Dach der Gruppe finden sich die Enercret, Enercret UK in Großbritannien, Enerplan, das Atelier Energie Zukunft in der Schweiz und seit 8. Oktober Enerlink. Insgesamt werden rund 50 Mitarbeiter beschäftigt, doch das Unternehmen ist auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern.

Um für weiteres Wachstum gerüstet zu sein, wird Enercret außerdem einen neuen Firmensitz, nur wenige hundert Meter vom derzeitigen Standort, auf dem Gelände der Firma Dobler Bau errichten. Baubeginn soll im Jänner sein. Trotz Corona mitten in der Bauphase ist auch das Projekt Four in Frankfurt, derzeit eine der größten Baustellen Europas. Vier Hochhäuser wachsen derzeit auf dem ehemaligen Areal der Deutschen Bank empor und bilden dabei ein neues Stadtquartier. Für Enercret ein wichtiger Referenzauftrag, der das Unternehmen über Jahre beschäftigen wird. Stolz sei man auch auf die Fernwärme Gaschurn-Partenen, wo die Abwärme des Kopswerk II als Energiequelle für die Wärmeversorgung der Liegenschaften in den Orten Gaschurn und Partenen genutzt wird. Statt Biomasse zu verbrennen, wird die gewonnene Abwärme mit Wärmepumpen auf das entsprechende Temperaturniveau angehoben, was emissionsfrei erfolgt. Die Expertise und das Know-how der verschiedenen Enercret-Firmen wird auch von der Schweizer Stadt Biel genutzt, die einen ganzen Stadtteil mit Seewasser kühlen und wärmen wird. In Großbritannien stattet Enercret ein ganzes neu entstehendes Viertel in Liverpool mit Geothermie aus. Der Auftrag werde vom Vorarlberger Spezialisten, der in 26 Länder aktiv ist bzw. bereits Anlagen installiert hat, über Enercret UK abgewickelt, ein eigenes Unternehmen, das auch deshalb gegründet wurde, um nach dem Brexit handlungsfähig zu bleiben.

In Wachstum investiert

Die Expansion erfolgte, so Wehinger „ohne fremdes Geld Schritt für Schritt“, man habe alle Erträge in das Wachstum investiert. Damit bleibe man unabhängig. Zusammenarbeit wird dennoch gepflegt – nämlich mit zahlreichen Zulieferern aus der Vorarlberger Wirtschaft und in der Unternehmensgruppe, deren Leistungen sich idealerweise ergänzen sollen. Die jüngste Gründung ist Enerlink, die von Martin Steinhart als geschäftsführendem Gesellschafter geführt wird: Wir entwickeln neue Produkte mit überzeugender Performance für Heiz- und Kühlanlagen jeder Größe mit dem Fokus auf Wärmepumpen und Kältemaschinen.“ Ziel sei es insgesamt, so Steinhart, Wehinger und Enercret-Geschäftsführer Othmar Schwärzler, den Kunden Komplettlösungen von der Planung über die Montage bis zur Servicierung und Update älterer Anlagen zu bieten.“ Das werde am Markt gesucht, und sei mit ein Grund für das Wachstum der Gruppe, die alle Bereiche abdeckt. Auch mit Hilfe von jungen Spezialisten, die in den vergangenen Jahren zum Unternehmen gestoßen sind und auch für einen Sprung in der Digitalisierung gesorgt haben. „Jeder Kunde kann unsere Produkte, das jeweilige Projekt bis ins kleinste Detail am Bildschirm anklicken und weiß, was wieso verwendet wird“, ein Service, den bislang die Konkurrenz nicht bieten kann. Stolz sind alle drei auf ihre Mitarbeiter, die in den meisten Fällen nach einem Arbeitsplatz gesucht haben, der auch Sinn hat.“ Und da sei man bei Enercret richtig, denn die Anlagen seien aktiver Klimaschutz. VN-sca

Enercret-Group

Gegründet 1981

Eigentümer Sonnenberg Beteiligungs GmbH (Stefan Wehinger), Enerlink (Sonnenberg,Othmar Schwärzler, Martin Steinhart) Enercret GmbH (Sonnenberg, Kehong Forschungsinstitut)

Mitarbeiter 50

Umsatz 2020 7 bis 10 Mill. Euro (je nach Projektabrechnung)

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